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Beitrag  chrisse0202 am Mi Feb 01, 2012 6:41 pm

Hallo liebe Leute,
ich habe keinen eigenen Rat, aber ich weiß sonst nicht, wohin mit meiner Frage.
Ich überlege bei motivado.de das Ex Zurück Coaching zu machen.
Kennt einer die? Was meint ihr ist das seriös? Und wie soll das funktionieren?
Liebe Grüße, Christian

chrisse0202

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Re: Kennt ihr motivado.de

Beitrag  koc am Do Feb 02, 2012 12:00 am

Spar dir die Kohle. Was anderes als hier werden die dir auch nicht sagen...

koc

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Re: Kennt ihr motivado.de

Beitrag  motmar am Mi Feb 22, 2012 2:02 pm

hhhmmm naja... das sind ja scheinbar experten... hier sind ja auch viele betroffene. was sagen denn die anderen?

motmar

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Re: Kennt ihr motivado.de

Beitrag  Hallole1233 am Mi Feb 22, 2012 3:07 pm

Diese Ratgeber oder wie du sie nennst *Experten* wollen nur dein Bestes, dein Geld!
Was erwartest du denn von einem sogenannten Experten? Setz dich mit dem Thema, mit der Psychologie auseinander und werde selber Experte, kostet nichts.

Hallole1233

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Re: Kennt ihr motivado.de

Beitrag  motmar am Mi Feb 22, 2012 4:42 pm

Naja... Klar. Davor habe ich auch Angst, dass die mir das Geld aus der Tasche ziehen.
Andererseits ist professionielle Hilfe natürlich auch was wert. Selbstheilung scheint schwierig. Ich fühle mich nicht stark genug, um das zu machen. Ich wünsche mir eher Hilfe.
Bei anderen Sachen bezahle ich ja auch Menschen, dass sie mir helfen. Wenn meine Waschmaschine kaputt ist, lese ich ja auch kein Buch und versuche es selbst. Sondern bezahle jemanden dafür. Und ich denke das alles ist viel komplizierter als eine Waschmaschine.

motmar

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Re: Kennt ihr motivado.de

Beitrag  Hallole1233 am Mi Feb 22, 2012 6:39 pm

Es gibt Therapeuten, bei der AWO z.B. gibt es Selbsthilfegruppen die n9chts kosten, wo man sich ausheulen und auskotzen kann......

Hallole1233

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Re: Kennt ihr motivado.de

Beitrag  koc am Mi Feb 22, 2012 11:26 pm

Psychologen bei der Beziehungsarbeit


Viele Psychologen und Therapeuten sind längst über religiöse oder romantische Entwürfe der LTR hinausgegangen. Sie glauben weder an eine unauflösliche Ehe noch an eine sogenannte wahre Liebe, die auf wundersame Weise ewig funktioniert. Das bedeutet aber auf keinen Fall weniger, sondern ganz im Gegenteil oft sogar noch mehr Ansprüche an die Partnerschaft. Denn die perfekte und dauerhafte Beziehung, die alle Sehnsüchte der Beteiligten erfüllt, wird ja jetzt nicht mehr von Gott geschenkt, sondern soll von den Partnern selbstverantwortlich erarbeitet werden.
Das aktuelle Versprechen dieser Experten lautet daher:
„Wenn ihr gründlich an eurer Beziehung arbeitet ist alles möglich!“
„Und wenn es trotzdem nicht klappt?“
„Dann habt ihr eben nicht genug an euch gearbeitet!“

Dieses Ideal unterstellt, dass mit jedem Partner eine dauerhafte und zugleich leidenschaftliche Beziehung herbeizuarbeiten sei, wenn die Partner sich einmal in Leidenschaft befunden haben. Begründet wird dies allgemein mit einer tiefenpsychologischen Deutung des Verliebens. Denn im Verlieben geschehe, psychologisch gesehen, auf unbewusste Weise die Auswahl des richtigen Partners. Nach dieser Phase wandle sich die bis dahin von Verliebtheit getragene Beziehung zuverlässig in eine Lebenspartnerschaft inklusive anhaltender Leidenschaft um.
Störungen dieses Vorganges sind auf mangelnde Fähigkeiten der Partner zurückzuführen, für deren Verbesserung der jeweilige Experte das richtige Rezept anzubieten hat.

Die Idee unterscheidet sich überraschend wenig von dem romatischen Ideal des wahren Partners, der religiösen Idee des von Gott vorbestimmten Partners oder der in esoterischen Kreisen herumschwirrenden Phantasie des irgendwo auf der Welt vorhandenen Seelenpartners.
Nur hat halt hier keine höhere Kraft den Partner bestimmt, sondern die Partner haben durch ihr Verliebtsein selbst gewählt. Stillschweigend wird angenommen, als sei diese Art des Zusammenfindens eine Garantie für eine dauerhafte Partnerschaft.
Sollte man jedoch scheitern, so hat das psychologische Gründe, die dringend bearbeitet werden müssen.
Es scheint fast so, als sei diese Annahme extra zum Zweck der tiefenpsychologischen Beschäftigung konstruiert worden, sichert sie diesen Experten doch die Aussicht auf jahrelange Arbeit. Die Realität in Beziehungen kümmert sich aber nur wenig um die Theorie.
Wir verlieben uns zwar oft, finden aber wesentlich seltener geeignete Lebenspartner. Denn für eine LTR braucht es mehr als einen Gefühlsrausch. Sie braucht z.B. eine gewisse Übereinstimmung der Lebensentwürfe beider Partner.
In der Schmetterlingsphase scheinen zwar Gemeinsamkeit und Wesensergänzung zu passen, aber parallel zum Abbau der Hormone und mit Zunahme des Alltagslebens wird der Blick immer klarer für die Unterschiedlichkeiten der Partner.
Wenn deutlich wird, was einander wirklich trennt, wird nicht selten die Partnerschaft beendet.
Zu früh getrennt? Zu wenig an- und miteinander gearbeitet?
Wäre vielleicht doch „alles“ möglich gewesen? Man war doch verliebt!
Zweifel an diesem Zweckoptimismus scheinen durchaus angebracht. Warum ausgerechnet die Leidenschaft aufgrund anfänglicher Verliebtheit bestehen bleiben sollte bleibt rätselhaft.

Psychologen kennen dieses Phänomen durchaus. Deshalb kann man sie nur als Lügner bezeichnen, wenn sie „andauernde Leidenschaft“ durch „Beziehungsarbeit“ versprechen.
Die Lüge liegt auch hier wieder in der so selbstbewusst vorgetragenen Verallgemeinerung, die wir immer wieder zu hören bekommen:

„Mit einem freien, nicht von Hemmungen gebremsten Partner ist Leidenschaft auf Dauer möglich!“
Diese Aussage, zusammen mit dem Versprechen, wenn erst einmal die durch Übertragung und Inzesttabu entstandenen individuellen Komplexe und Probleme der Partner aufgelöst sind, stehe der Dauerleidenschaft nichts mehr im Weg.
Die Therapie folgt hier der These, in einer Partnerschaft werde das in der Ursprungsfamilie geltende Inzestverbot, das sexuelle Kontakte sinnvollerweise ausschließt, auf den Partner übertragen. Die Partner schlafen nicht mehr miteinander weil sie zu viel Nähe aufgenommen haben und/oder sich zu vertraut geworden sind.
Von diesem Verbot soll die Partnerschaft nun befreit werden.
Das Ziel, ein „freier“ Mensch zu werden, der seine Sexualität frei von Schuld und Scham ausleben kann, scheint es wert zu sein, sich jahrelang auf die Couch zu legen, und Vater, Mutter, Brüder, Schwestern, Ödipus und Onkel Otto auszugraben um psychisch frei zu werden.
Was aber ist ein freier Mensch? Wer hat ihn je gesehen?
Aber selbst wenn sich einmal ein dank jahrelanger Therapie befreiter Mensch von dieser Couch erheben würde, was würde ihn dazu bewegen, sich dann zur Befriedigung seiner sexuellen Wünsche auf die Partnerschaft zu begrenzen? So ungehemmt und frei alles moralischen und emotionalen Begrenzungen wie er ist?

Untreue ist Ausdruck gestörter Intimität!

Untreue auf sexuellem Gebiet wird von Therapeuten als Störung der partnerschaftlichen Intimität und des Vertrauens betrachtet. Durchaus sinnvoll betrachten sie das Phänomen der Untreue als Hinweis auf notwendige Veränderungen in der Partnerschaft. Man wird dem Partner untreu, weil man sich selbst in der Beziehung nicht treu sein kann, weil es nicht gelang, „man selbst“ zu bleiben. Ein Partner bricht dann aus der Beziehung aus um seine Freiheit anderswo zu erleben, wo er seinen Ängsten noch nicht zu begegnen braucht. Solche Fälle gibt es, und dann macht es wirklich Sinn, zum Beispiel am Thema Selbstbehauptung zu arbeiten und auf diesem Weg die notwendige Veränderung der Partnerschaft herbeizuführen. Aber es wird unterstellt, diese Veränderungen führten automatisch zur Wiederbelebung des Begehrens.

Das hört sich doch schlau an: Die Leidenschaft zu erhalten wird gelingen wenn die Partner im Fall der Untreue erkennen, worauf diese zurückzuführen ist.
Ist das dann erkannt, brauchen die Partner nur lange genug zusammenbleiben und dürfen sich nicht nach außen orientieren. Dann kehrt die Leidenschaft zurück.
Nach dem Motto „In der Not frisst der Teufel Fliegen!“ soll dich die Sexualität ausschließlich auf den Partner richten weil kein anderer verfügbar ist.
Besser wäre es, auf eine einsame Insel zu ziehen.


Auf Grundlage ihrer Überzeugungen sind Therapeuten in der Lage, Partnern mancherlei Hoffnung zu machen:
Dauernde Leidenschaft ist bei autonomen Partnern möglich!

Solche Formulierungen transportieren große Versprechen: Werdet autonom, dann könnt ihr immer wieder lustvoll verschmelzen! Dazu müsst ihr nur die Angst verlieren! Werdet unabhängig, werdet Ich-stark und einander ebenbürtig, dann klappt alles wie von selbst!

Der Therapeut, der solche Versprechungen macht, geht kein Risiko ein. Denn wenn es den Partner nicht gelingen sollte, „sich immer wieder lustvoll fallen zu lassen in sexueller Verschmelzung“ dann nur, weil sie noch nicht genug autonom, nicht ausreichend Ich-nah oder nicht wirklich ebenbürtig geworden sind.
Partner, die an dieses Versprechen glauben, stehen nun vor der Aufgabe, autonome Persönlichkeiten zu entwickeln. Das ist wirklich ein sehr wichtiger Punkt und dabei kommt auch viel Gutes heraus. Eine autonome Persönlichkeit wird sich in einer Beziehung weder ausnutzen noch auffressen lassen, und das ist gut für eine Beziehung. Aber zweifelhaft ist es, ob das sexuelle Begehren dadurch erhalten bleibt oder ob es zurückkehrt. Und warum ein derart autonomer Mensch seine Sexualität auf eine Beziehung beschränken sollte bleibt ein Rätsel das wohl nur die Urheber solcher Thesen begreifen können.


Und zum Abschluss gönnen wir uns ein besonderes Schmankerl:
Sexualität steht als soziale Kommunikation im Dienst der Paarbindung.
Und:
Menschliche Sexualität wird ihr Potential optimal und am vitalsten dort entfalten und auf Dauer behalten können, wo sie in Übereinstimmung von psychischen und physischen Geschehen Grundbedürfnisse nicht nur zum Ausdruck bringt, sondern als Verkörperung der Beziehung gleichzeitig erfüllt.

Das ist die Lösung: Sexualität, optimal, vital, dauerhaft - in der Beziehung, womit natürlich die normale Paarbeziehung gemeint ist. Und wer das nicht nachvollziehen kann, und wer das in seiner Partnerschaft nicht erlebt, der spricht eben die Sprache sozialer Kommunikation nicht. Er darf sich als Anfänger der Liebe, als sexueller Analphabet betrachten.
Kein Wunder, dass die Therapeuten solche Vorlagen gerne aufgreifen, denn auf deren Grundlage scheint ja tatsächlich fast alles machbar.

koc

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Re: Kennt ihr motivado.de

Beitrag  koc am Mi Feb 22, 2012 11:27 pm

Techniken der Leidenschaft

Techniken der Liebe und besondere Raffinessen der Liebeskunst haben sich unter der Diktat christlicher Moral ausserhalb der Ehe entwickelt. Immerhin war ja die Ehe in erster Linie der Kindszeugung und zur Sicherung der Familie gewidmet. Sexualität in der Ehe wurde zwr als wechselseitige Verpflichtung angesehen, jedoch, die Lust sollte hierbei aussen vor bleiben.
Die Fähigkeit der Luststeigerung wurde folglich von Kurtisanen, Huren und Hetären kultiviert, die die nach Liebesabenteuern suchende Männerwelt mit ihren Künsten geradezu „verrückt“ machten. Gerade das Mittelalter und die aufkommenden Städte zeigten eine außerordentliche Blüte sexueller Kunstfertigkeiten.
Da erotische Befriedigung auf Grund Lust steigernder sexueller Techniken außerhalb der Dauerbeziehung stattgefunden hatte, war es nur eine Frage der Zeit, bis diese Lusttechniken in die Ehe importiert wurden.
Erste systematische Schritte dazu, die sexuelle Öde der Ehe zu beenden, wurden zu Beginn des 20. Jahrhunderts unternommen, als die neue Disziplin der Sexualforschung erstmals Untersuchungen zu Sexualtechniken in der Ehe vornahm.
So richtig in Schwung kam diese Wissenschaft aber erst nach dem Zweiten Weltkrieg, durch den Kinsey-Report und die Arbeit von Masters und Johnson.
Die beiden diagnostizierten nach ihren Untersuchungen die weitverbreitete Unwissenheit über die physischen Zusammenhänge sexuellen Erlebens und ausgeprägte Orgasmushemmungen. Daher definierten sie schnell sexuelle Gesundheit als die Fähigkeit, Orgasmen zu erleben und riefen so genannte Orgasmuskliniken und Therapieprogramme ins Leben. Damit wurde der gemeinsame Orgasmus offiziell zum Ziel partnerschaftlicher Liebe erklärt. Dieses Ziel sollte durch Aufklärung, verhaltenstherapeutische Maßnahmen und Methoden der Sensibilisierung/Desensibilisierung in praktischen sexuellen Übungen erreicht werden.
„Wissenschaftlich fundiert“ wurde der Orgasmus damit zum Nonplusultra sexuellen Glücks erklärt und zur Pflicht erklärt. Ab sofort waren die Partner sich nicht nur Sex, sondern auch erfüllende Orgasmen schuldig. Dieser Mythos hält sich jetzt seit 50 Jahren und deshalb ist auch die Aussage einer Frau nicht verwunderlich, als sie rückblickend auf ihre gescheiterte Partnerschaft sagt:
„Wir hatten nie eine gute Beziehung weil ich nie einen Orgasmus hatte!“

Die höchste, wenn nicht einzige Erfüllung scheint für viele Experten und auch viele Partner im Orgasmus zu liegen. Dieser ist aber nicht nur schlichter Orgasmus geblieben, sondern wird mittlerweile nach Dauer und Intensität unterschieden. Die Skale reicht vom „absoluten“ bis zum „flachen“, vom „einfachen“ bis zum „multiplen“ Orgasmus.
Wer also glaubte, als aufgeklärter und evtl. sogar schon sexualerfahrener Mensch bereits mit allen wesentlichen Brfriedigungspraktiken vertraut zu sein, irrt sich gewaltig.
Und auch wenn die Sexologie langsam von der rigiden Orgasmusfixierung abrückt, behält sie doch das Ziel gegenseitiger Befriedigungsverpflichtung im Auge, des es überhaupt erst rechtfertigt, sich „ganz auf Kustunfähigkeit und missglücktes Luststreben zu konzentrieren“.
Die Sexualwissenschaft steht heute vor allem im Dienst von Ehe oder Lebenspartnerschaft, denn dort findet sie ihr Wirkungsfeld und ihre Berechtigung in der Analyse und Ursachenforschung der weit verbreiteten sexuellen Unlust, die als Störung diagnostiziert und damit der Therapie zugänglich gemacht wird. Dieser Unlust wird nun mit teilweise erstaunlichen Methoden zu Leibe gerückt und gegengearbeitet.

„Die erste besteht in einer bemerkenswerten wissenschaftlichen „Rehabilitierung“ der Prostitution, die - wie man uns sagt - unter sexologischer Kontrolle ... zur Vorbeugung oder Behandlung sexuellen Funktionsstörungen dienen könne. Die zweite .. besteht in einem Bruch mit der Pathologisierung der Onanie.“ ( Andre Bejin, Niedergang der Psychologie, Aufstieg der Sexologie)

Das ist aber interessant. Der ehelichen und partnerschaftlichen Unlust wird mit Mitteln nichtehelicher und nichtpartnerschaftlicher Sexualität, mit Prostitution und Onanie unter „sexiologischer“ Kontrolle zu Leibe gerückt. Wie Martin Dannecker kritisch beschreibt, wird versucht, den vergangenen Zustand des Fremdseins wieder aufzubauen, der zu Beginn der Partnerschaft bestand.

Der Sexualität soll das Verruchte, Unerlaubte, Anstößige wieder zugeführt werden, das sie im Lauf der Zeit verlor. Dazu wird das Verbot, in welcher Weise auch immer, in Szene gesetzt... Ob das nun durch ein Neglige´ ... durch geile Reden ... oder durch die gespielte Verweigerung ... geschieht...

Des Nachte verwandlen sich Ehemann und Ehefrau also in Hure und Freier und beleben so ihre müde gewordenen Beziehungen. Das Lustige daran: Die sogenannte sexuelle Reife in der Beziehung soll durch die Inszenierung angeblicher sexueller Unreife und angeblich kindlich-pubertären Erlebens gesichert werden. Da wäre es doch ehrlicher, Eheberatung durch Prostituierte durchführen zu lassen, aber so weit wollen es die Sexualwissenschaftler doch nicht kommen lassen.

Damit solche Inszenierungen gelingen, muss jedoch mit weiteren neuerdings so bezeichneten „Vorurteilen“ aufgeräumt werden, zum Beispiel mit der Überzeugung, Sexualität müsse spontan geschehen. Der aufgeklärte Sexualtherapeut glaubt nämlich nicht, dass Begehren vom Himmel fällt, sondrn das es förderliche „Rahmenbedingungen“ braucht.
So empfiehlt der Stern in einem Aufruf „Rettet den Sex!“ schlicht und einfach „Macht es öfter!“ und begründet es wie folgt:

Nicht auf den großen Momant warten - es einfach tun! Der Zaubermoment, in dem die Liebe beide übermannt und sich alles von selbst erledigt, wird sowieso nicht kommen. Nicht im Alltagswust, zwischen Tatort-Kommissaren, Pampers und Büro-Streß. Deshalb sollte man die Stunden der Lust sorgfältig planen. Motto: Heute abend um zehn im Bett? Ich bringe den Wein mit, du sorgst für kerzen.

Das ist die Antwort auf die im Artikel gestellte Frage „Wie Paare die Erotik retten können“ Wie das geht? Ganz einfach: Sorgfältig planen und es öfter machen!
Natürlich sind Verabredungen zum Sex möglich. Das will ja auch keiner bestreiten, Verliebte machen das ja auch ständig. Aber sie tun es vor dem Hintergrund drängernder Leidenschaft und nicht vor dem Abgrund drohender Langeweile. Ob die Verabredung zum Begehren und die Machbarkeit von Verlangen, wie die Sexualtherapie sie vorschlägt, auch in LTRs möglich und wirkungsvoll ist, darf man anzweifeln. Natürlich kann man das versuchen, aber möglicherweise erweist sich der Sextag am Ende als Sexkiller, weil die Verpflichtung nicht aus dem Erleben herauszunehmen ist.

Jetzt hat die Sexualtherapie den Dauerpartnern aber noch wesentlich mehr zu bieten als Verabredung und Verhaltensrituale. Nämlich eine große Skala ausgefeilter Anregungen und praktisch erprobter Übungen. Diese reichen vom plumpen „Empfang deinen Mann doch mal im Höschen“ über den extravagabteb Voschlag „es doch mal in der Natur zu tun“ bis zur Anwendung raffiniertester Techniken.

Fühlen auf Rezept also. Das alles klingt genauso hilflos wie die angebotenen Übungen es zu sein scheinen. Abe rnicht meckern, selbst ausprobieren und deshalb an dieser Stelle hinein ins fröhliche Vergnügen, beispielsweise mit einem Übung von Bernie Zimbergeld, einem amerikanischen Sexualtherapeuten.
In der empfohlenen Übung, die den vielversprechenden Namen „Zugang für großartigen Sex“ trägt, findet man durch ein kleines Interview zuerst die sexuellen Vorlieben des Ehepartners heraus. Eben genau das, was er seit 20 Jahren nicht zu sagen geschafft hat. Wundersamerweise wird ihm das jetzt mit Hilfe des kleinen Interviews gelingen.

Kleine Beispiele:
„Mindestens eine Stunde Zeit haben - ausgeruht sein - an den Zehen saugen - an den Haaren ziehen - Sex auf dem Teppich vor dem Kamin“

Als nächstes fertigt man eine schriftliche Liste der Vorlieben des Partners an un dbeim nächsten Mal „integrieren sie zwei Punkte aus der Liste“ in den sexuellen Kontakt und vor allem „vergessen sie nicht... ein oder zwei Dinge aufzunehmen, die Ihnen ein wenig verrucht oder außerhalb der Norm erscheinen“.

Das wird ganz sicher großartiger Sex! Man könnte sogar selbst kreativ werden und als Akt besonderer Verruchtheit und akzeptabler Perversion den Zeh des Partners an der Klitoris reiben. Das ist sicherlich ausserhalb der Norm und deshalb besonders erregend und belebend.

Wenn das jetzt aber nicht ausreicht, nicht gleich aufgeben, sondern weiter fleißig üben auf den von Lonnie Barbach gezeigten „Wegen zu neuer Lust“ um Perfektion zu erreichen in der Kunst „ein glückliches Paar zu bleiben“:
„Machen sie ein Rendezvous mit ihrer Frau aus“, oder wie wäre es mit einer „Massage“ oder der „Ver- und Entschleierung des Körpers“ oder einem „Picknick im Bett“, „Erotischen Videos“ oder dem „Verborgenen Verbotenen“?
Wie neu! Wie anregend. Warum auch nicht, man kann all das ausprobieren. Aber immer wieder? Über Jahre?

Wem jetzt das zu willkürlich und oberflächlich erscheint, umd wer keine Lust auf sexualtherapeutische Gymnastik und Verkleidungsspiele hat, der versucht es eben auf andere, auf psychologisch fundierte Weise. Denn schließlich haben viele Partner nur „vergessen, wie anziehend sie einmal füreinander waren...“
Welch verniedlichende Verharmlosung! Aber auch darin liegt ein verlockender Gedanke. Partner haben die Leidenschaft einfach „vergessen“. Nach 20 Jahren Ehe „erinnern“ sie sich wieder daran, oder vielmehr der Therapeut sorgt für diese Erinnerung.

Und tatsächlich findet man diesen Ansatz in einigen Eheberatungen. Der Fachbegriff hierfür lautet Umdeutung oder Neudeutung oder neudeutsch reframing. Demnach muß die partnerschaftliche Sexualität lediglich eine neue Beeutung erhalten, dann erhebt sie sich wieder.
Wer an derartige psychotechnische Rekonstruktion der Leidenschaft gleubt, fällt leicht einem NLP-Experten in die Hände und gerät damit in die Klauen der amerikanischsten aller Methoden. Nun bekommt er neben der Aktivierung vergessener leidenschaftlicher Ressourcen zusätzlich auch Unterstützung darin
„eine Zukunft zu gewinnen, in der jeder die Freiheit und Power hat, seine Emotionen frei zu wählen!“
Wunderbar! Also ist doch alles machbar. Gefühle, Leidenschaft, Begehren. Wir müssen es nur wollen! Das sind aber wirklich gute Nachrichten! Leider nur führen diese mehr oder weniger angestrengten Versuche, sinnliches Erleben um jeden Preis zu reaktivieren, meist nicht zu den gewünschten Ergebnissen.

Können sexualtechnische Rezepte überhaupt funktioneren? Sicherlich werden Techniken und Übungen den einen oder anderen Beziehungseffekt haben, jedoch werden auch sie früher oder später zur neuen Routine und sexueller Langeweile, denn auch der zweite Frühling wird zu Ende gehen.
Und dann kann bald die Furcht aufkommen:
„Gleich saugt er wieder am Zeh oder zieht an meinen Namen.“ Oder die grauslige Ahnung entsteht „Jetzt geht’s schon wieder auf den Teppich!“

Doch sollten wir mit der Kritik nicht zu vorschnell sein. Wahrscheinlich sind solche Übungen nur zu einfach und nicht ausgefeilt genug. Es muß mehr möglich sein. Denn wer wahre Höhen sexuellen Genusses erklimmen und die Leidenschaft ewig an die Beziehung binden will, muss viel tiefer in die Geheimnisse der Lust eindringen und lernen, lernen, lernen. Nur dann erschliessen sich die letzten Geheimnisse der Sexualität, und diese Urkraft des Lebens gerät vollständig in die Hände der Partner.

Das Ende sexueller Geheimnisse

Noch vor 20 oder 15 Jahren waren Informationen zu speziellen, luststeigernden Techniken nur in Orgamsmuskliniken, sexualtherapeutischen Seminaren, Tantrakursen und in der Pyscho- und Esotherik-Ecke des Buchhalndlung zu finden. Das hat sich geändert.
Da hat sogar die Bild-Zeitung die Zeichen der Zeit erkannt und ist bereit, in einer Serie „Die letzten Geheimnisse des Sex“ diese zu lüften und der Entweihung preiszugeben. Zum Thema „Orgasmus“ werden ultimative Erkenntnisse der Sexualforschung präsentiert. Denn eine amerikanische Forscherin hat herausgefunden: „Jeder Mann kann multiple Orgasmen haben. Sie sind sogar besonders intensiv!“ ( Mich würd ja interessieren, wie sie das herausgefunden hat.... )
Also dann, Männer, macht euch auf was gefasst, denn „Männer müssen lernen, Orgasmus und Ejekulation zu trennen“ und „nach einem trockenen Orgasmus kann der Mann sofort weitermachen ... so oft es ihm oder ihr gefällt.“

So oft er bzw. sie es will? Verwunderung bei den Frauen, die bisher über ihren „schnellen“ Mann klagten. Denn das Trainingsprogramm für den orgasmusbewussten Mann ist kein Spaziergang. Es bedeutet harte Arbeit an der Unterleibs- und Penismuskulatur. Dazu kommt dann noch eine detaillierte Anleitung. Das gilt es dann solange zu üben, bis der trockene und multiple Orgasmus bevorsteht. Dann gilt es die PC-Pumoe anzuschmeissen, damit der Orgasmus nicht verschleudert wird, sondern trocken bleibt und es immer weiter geht. Das klappt und hilft der Ehe, da „Prostituierte speziell in fernöstlichen Ländern schon seit Jahrtausenden kennen“. Und wieder einmal soll die Prostitution der ehelichen Liebe helfen.
Wagt es da jemand an der Wirksamkeit solcher sexualtechnischer Fitnessprogramme und an den letzten Geheimnissen der Sexualität zu zweifeln?
Aber das war noch nicht alles. Es gibt noch viel mehr zu entdecken und schon morgen geht es weiter in der Bild mit dem „Tabuthema Prostata“ und der erschütternden Frage „Können Männer rückwärts ejakulieren?“

Bodybuilding für den Penis und Ausdauertraining für den trockenen Orgasmus, vorwärts und rückwärts ejakulieren, einfahe und multiple Orgasmen, Techniken die in den Wahnsinn treiben, werden wir nach Mr. und Mrs. World auch noch Mr. und Mrs. Orgasmus haben?

Aber an der Gegenwart des Widerspruches von Lebenspartnerschaft und Sexualität hat sich dadurch nichts geändert, und Beziehungen bleiben deshalb nicht vom Niedergang der Leidenschaft verschont.
Die Versprechen der Liebestechniker erweisen sich früher oder später als schlichte Liebeslügen. Denn sie Sexualtechniker (wieder so Experten) berufen sich auf Techniken, die zum Teil wirklich viele tausend Jahre alt. Das allein zeigt, daß sie keine Wunder bewirken, sondern entweder kindliche-sybiotische Erwartungen wecken und romatische Ideale aufbrühen oder bestenfalls das partnerschaftliche Spektrum sexueller Techniken erweitern.


Gegen diese Aussage allerdings werden die wahren Meister der sexuellen Exstase, die Tantriker, vehement widersprechen.

Schauen wir halt mal, was sie zu dem Thema beizutragen haben...


Tantra - Sexualtechnik nur für Eingeweihte

Was heute um Westen als Tantra bezeichnet wird, dient der Sensibilisierung fürs erotische und der Verfeinerung sexueller Techniken. Die „Lehrer“ dieses Tantra stammen vorwiegend aus der Körpertherapie und der humanen Psychologie.
Sie verfügen angeblich über höchste Einsichten, tiefste Geheimnisse und verborgene Weisheiten bezüglich Sexualität und Liebe. Die Vertreter dieser erotischen Erlösungstechniken sind weit gereist, von West nach Ost, haben in Ashrams Indiens und den Höhlen des Himalajas, bei den Schamanen der Steppen und den Medizinmännern des Dschungels geheimes Wissen gesammelt und können nun, welche Segnung, dieses bislang streng geheime Wissen allen Ratsuchenden zur Verfügung stellen.

Diese ultimativen Erfahrungen lassen sich allerdings nur von Eingeweihten an „Novizen“ vermitteln, und diese beweisen ihre Bereitschaft durch die Teilnahme an bestimmten Kursen (kostenpflichtig natürlich).
Hier begegnen sie grundsätzlich dem „Höheren, Besseren“. Sie entdecken neue Qualitäten. Es wird versprochen, daß sich ihnen „ungeahnte“ Dimensionen eröffnen, Energiedurchbrüche geschehen, reine Energie sie durchfahren wird, die "heilige“ Verbindung von Sex und Herz hergestellt und man damit „in den Garten der Liebe“ eingeladen wird.

Tantra wird in aller Bescheidenheit als Weg, ja sogar neue Lebensweise beschrieben. Und die Teilnehmer der Kurse werden in die große Familie der Wahrheitssuchenden aufgenommen.

Das ist der Beginn einer neuen Epoche, das ist der sichere Weg zur Erlösung. Nach 100.000 Jahren hpmo sapiens wird eine neue Seinsform geboten. Viele Menschen suchen solche paradiesischen Aussichten in der sexuellen Begegnung und daher findet sich ein reichhaltiges Angebot an Seminaren und bei esoterischen Heilsversprechern. Nicht das ein Kurs in sinnlicher Sensibilität schädlich wäre, sich davon aber ein neues Leben, einen neuen Sinn, ja eine neue Seinsweise zu erwarten oder zumindest die Rettung der Sexualität in einer Partnerschaft, ist nicht nur naiv, sondern schon dumm und schädlich.

Dieser Umgang mit den sexuellen Techniken erinnert an die Methoden einiger orientalischer Herrscher des Mittelalters. Diese pflegten ihren leibwächtern unbemerkt Rauschmittel zuzuführen. Als sie dann aus dem Delirium erwachten, fanden sich die Wächter in luxuriösen Gemächern voller Wein, schönen Frauen, sagenhaftem Luxus wieder und erlebten unbegrenzte sinnliche Freuden. Es war das Paradies. Nach einer Weise wurden sie dann auf die gleiche Weise in die harte Realität zurückgebracht. Da erklärte ihnen der Herrscher, er könne sie jederzeit wieder ins Paradies bringen und bewies das auch von Zeit zu Zeit. Jedoch kämen sie nur durch ihn direkt oder wenn sie für ihn sterben würden, dorthin. So konnte de Herrscher über die Leben seiner Wächter verfügen, die sich auf sein Zeichen hin jubelnd und erwartungsvoll in den Tod stürzten.

Zugegeben, die Methoden der modernen „Paradiesbringer“ sind subtiler, denn sie begnügen sich mit dem Geld und fordern nicht das Leben ihrer Opfer. An dieser Methode hat ich indes wenig verändert. War es früher Opium, ist es heute erotische Technik, die dauerhaft vom Widerspruch zwischen Bindung und Begehren erlösen soll. Lügenhafte Täuschung bleibt es allemal.

Nüchtern betrachtet handelt es bei Tantra um entwickelte sexuelle Techniken und bei Tantrakursen um Swingerclubs auf anderen Niveau. Eben um organisierte Sexualität und geplante Sicherheit im Rahmen vereinbarter Regeln. Der Unterschied besteht darin, daß Swingerclubs sich als schlichte Ergänzung zum und Abwechslung vom sexuellen Alltag und nicht als Erlösungsform darstellen.
Der tantriker jedoch geht nicht in den Club, er „... muß mal wieder eine Gruppe machen...“. Dort wird auch nicht miteinander geschlafen oder Geschlechtsverkehr betrieben, sondern es begegnen sich Shiva und Shakti mittels Lingam und Yoni. Der Geliebte wird zum Gott, die Geliebte zur Göttin, und statt zu onanieren, feiert man „Selbstlieberituale“.

Doch weder Tantra noch sexualtherapeutisch aufbereitete Sexualtechnik sind nicht in der Lage, die Sexualität in einer Beziehung zu retten, sie beleben diese höchstens für eine Weile. Man kann es an den Experten selbst beobachten. Nicht zufällig haben sich William Masters und Virginia Johnson, die Pioniere der Sexualtherapie, 1992 im Alter von 67 und 76 Jahren scheiden lassen.

koc

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