Bei mir lief es anders...aber ebenso schwer :-(

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Bei mir lief es anders...aber ebenso schwer :-(

Beitrag  Placebo am Mi Apr 25, 2012 8:28 am

Ich lese hier im Forum schon seit ein paar Tagen Eure Beiträge und die Reaktionen hier auf die Sorgen jedes einzelnen haben mich sehr beeindruckt. Ich hoffe sehr, dass auch ich ein paar Ratschläge von Euch erhalte. Meine Geschichte ist recht lang. Ich hoffe sehr, dass jemand durchhält und es liest ;-)

Irgendwie weiß ich nicht so recht, ob ich hier richtig bin, denn nicht ich bin verlassen worden, sondern ich habe mich getrennt. Und zwar vor 1 1/2 Wochen, obwohl ich ihn noch liebe.

Es lief schon seit längerem nicht gut. Zwar haben wir so gut wie nie gestritten, aber es auch nie wirklich geschafft, unsere Probleme aus der Welt zu schaffen.

Seine Schweigsamkeit hab ich dann zuletzt nicht mehr ertragen und mich von ihm getrennt.

Erst dachte ich, ich komme irgendwie damit klar, aber schon am nächsten Tag ging die große Heulerei los.

Im Grunde weiß ich, dass es keinen anderen Weg gab als diesen, aber ich kann diese Entscheidung nicht mit meinem Herzen vereinbaren.

Die ersten Tage waren der Horror. Den Morgen nach der Trennung ging ich zur Arbeit und dachte, die Ablenkung tut mir gut, aber nach einer Stunde bekam ich den ersten Heulkrampf. Ich konnte die Tränen nicht zurückhalten, ich war total fertig. Aller Stress der vergangenen Monate (Stress mit ihm, der Tod meiner Mutter, Arbeit usw.) in denen ich stark und taff war, kam plötzlich hoch. Immer wieder fing ich an zu heulen, ich musste mir 2 Tage frei nehmen, weil ich nicht mehr konnte. Und ich ärgerte mich über mich selbst, dass ich so starke Emotionen und mich selbst nicht mehr im Griff habe.

Ich möchte nun etwas ausführlicher beschreiben, was in unserer Beziehung nicht stimmte und warum ich letztendlich Schluß machte.

Beim Kennenlernen war es für mich noch ein Problem, aber nachdem ich mich dann Hals über Kopf in ihn verliebt hatte, war es mir egal, dass uns ein Altersunterschied von fast 12 Jahren trennte. Ich wäre vorher nie auf die Idee gekommen, mich in einen soviel jüngeren Mann zu verlieben, aber es passierte halt.

Als wir zusammen kamen, war er 25 und ich 36. Die ersten Wochen trafen wir uns heimlich, weder seine noch meine Familie wußten über uns bescheid. Wir merkten schnell, dass es tiefere Gefühle waren. Ich war die erste, die dann die Familie, ich habe einen Sohn, er war damals 17, aufklärte. Nach kurzem Erstaunen waren die Reaktionen von meiner Familie (Sohn, Geschwister usw.) aber sehr positiv.

Er tat sich schwerer, er wohnte zu diesem Zeitpunkt noch im Haus seiner Eltern, also schon ein wenig das Muttersöhnchen aus gutem Hause. Er hatte Angst davor, seiner Familie zu gestehen, dass ich soviel älter bin.

Optisch fiel das bei uns nicht extrem auf, da ich etwas jünger wirke und er eher älter. Aber er tat sich sehr schwer. Nachdem wir unendlich lange über seine Familie und deren konservative Haltung diskutierten, hatte ich dann irgendwann keine Geduld mehr, auf sein Handeln zu warten und beendete unsere Beziehung nach ein paar Wochen.

Um Abstand zu bekommen, fuhr ich für eine Woche weg. Als ich wieder nach Hause kam, bekam ich dann eine SMS von ihm, dass er seiner Familie alles erzählt hätte, er ohne mich nicht sein könne.

Ich war unendlich glücklich...endlich konnten wir ganz offiziell unsere Liebe zueinander genießen. Ich lernte seine Familie kennen, wir verstanden uns gut.

Ca. ein halbes Jahr später bezogen wir im Nachbarort seiner Eltern eine gemeinsame Wohnung. Alles war prima, wir waren glücklich, mein Sohn und er verstanden sich sehr gut, wir bekamen trotz unseres Altersunterschiedes ständig positive Rückmeldungen, wie gut wir doch zusammen passen.

Als wir dann kurze Zeit zusammen wohnten, bekam ich eine seltsame E-Mail. Wir waren beiden bei den sogenannten Social Networks angemeldet, wovon es ja einige gibt. Ein Mann schrieb mir damals, ich solle darauf achten, was mein Liebster so im Internet treibt! Ich war total irritiert und schrieb zurück, was er meint und ob das nicht eine Verwechslung sei. Er antwortete dann, mein Freund würde anderen, meist älteren Frauen im Net unmoralische Angebote machen, sprich Cyber Sex betreiben.

Ich konnte das nicht glauben, immerhin wohnten wir zusammen, und ich hätte doch was merken müssen. Ich sprach meinen Freund darauf an und er sagte mir sofort, der Kerl wäre ein Spinner und ich solle ihm nichts glauben.

Leider bekam ich kurze Zeit später von dem Herrn eindeutige Beweise. Mein Liebster hatte sich prächtig im Internet ausgetobt, wenn ich auf der Arbeit war. Ich war außer mir, wollte unsere Beziehung beenden, weil er mich belogen hatte und ich nicht verstehen konnte, wo wir doch so glücklich waren, warum er überhaupt das Bedürfnis hatte, mit anderen Frauen zu schreiben. Er meinte, dass wäre einfach eine Gewohnheit aus der Zeit wo er Single war. Es würde ihn einfach reizen.

Ich sagte ihm, dass es für mich wie ein Betrug wäre. Er versprach mir hoch und heilig, es nie wieder zu tun. Ich lenkte ein, aber mein Vertrauen war angeknackst.

Ein paar Monate später hatte ich dann das Gefühl, er würde mir was verheimlichen. Er war viel mit seinem Handy beschäftigt, lies es so gut wie nie frei liegen. Ich weiß, dass es von mir nicht ok war, aber als er eines Abends betrunken von einer Feier kam und fest schlief, schaute ich in sein Handy. Volltreffer - jede Menge heiße SMS mit mehreren Frauen! Wieder gab es Theater! Er flehte und bettelte mich an, dass er mich über alles liebt und er sich ein Leben ohne mich nicht vorstellen könne. Ich blieb, sagte ihm aber auch, dass ich mittlerweile denke, dass es wie eine Sucht für ihn ist. Warum hatte er diesen Drang, wenn er mich doch angeblich liebt? Er hatte doch am Anfang so um unsere Liebe gekämpft, sich sozusagen vor seiner Familie geoutet! Also warum all das? Es hört sich jetzt vielleicht naiv an, aber ich denke seine Flirtereien waren wirklich nur aufs Internet bezogen, ich bin mir ziemlich sicher, dass er sich nie mit einer der Frauen getroffen hat, weil er im Net etwas verkörpert, was er nicht ist. Denn in unserer Beziehung war er sexuell eher unsicher, im Internet machte er auf großen Kenner.

Er hat mir während unserer damaligen Krisengespräche anvertraut, dass er immer Angst hat, bei mir was falsch zu machen, weil ich ja mehr Erfahrung habe als er! Das war dann mit ein Grund, warum ich diese Sachen im Internet nach dem ersten Schock nicht mehr ganz so schlimm sah. Ich dachte, ok, er will irgendwie mithalten oder von den Frauen noch was lernen, was er gar nicht nötig hatte, denn es war sehr schön mit ihm.

Durch das verlorengegangen Vertrauen lief es dann auch sexuell nicht mehr so toll. Ich dachte ständig, er würde mich vielleicht mit den Frauen aus dem Internet vergleichen, das nagte sehr an meinem Selbstbewußtsein. Ich verlor meine Lockerheit und das wirkte sich extrem auf unser Liebensleben aus.

Zudem fiel es mir immer schwerer, ihn zu seinen vielen Familienfesten zu begleiten, ich konnte vor seiner Familie einfach nicht so tun, als wäre alles noch in bester Ordnung, zumal es seiner Familie sehr wichtig ist, nach außen immer die heile Welt zu mimen. Ich merkte dann immer mehr, dass sie mich lediglich akzeptierten, denn meine Versuche, das Verhältnis zu seiner Verwandschaft zu vertiefen, waren erfolglos. Sie waren nett aber oberflächlich, nur darauf bedacht, das perfekte Familienbild darzustellen. Mir hingegen war es wichtig, die Menschen richtig kennen zu lernen, nicht nur über die bösen Nachbarn herzuziehen, sondern auch mal ein paar persönliche Worte zu wechseln. Aber dort passte ich mit meiner offenen Art nicht so richtig rein, man war nett, aber auch immer etwas reserviert.

Ich weiß...jetzt wo ich es schreibe, merkte ich, wie bescheuert diese ganze Situation überhaupt ist. Seine Familie akzeptiert mich höchstens, er sagt er liebt mich, sucht aber zu anderen Frauen Kontakt, ist obendrein an seine Familie gebunden, dass er keinen einzigen Tag ohne sie auskommt. Und in den letzten Wochen war es sogar so, dass er eigentlich nur noch zum Schlafen hier war.

Ja, das alles klingt total aussichtslos, er sucht sich immer den einfachen Weg und ich weiß das auch, und genau deshalb habe ich unsere Beziehung beendet. Aber es ändert nichts daran, dass ich ihn immer noch liebe und nun die Hölle auf Erden durchmache.

Zudem war ich erschrocken, wie gefasst er war, als ich ihn vor die Tür setzte. Er sagte immer wieder, es täte ihm leid, aber er sagte auch, im Grunde hätte ich recht. So wie es zuletzt lief, könnte es nicht weitergehen und er könnte mir halt nicht mehr versprechen, dass er sich ändern würde. Punkt!

Fünf Minuten später waren alle seine paar Sachen in seinem Auto und er konnte wieder zu Mama und Papa flüchten. Wahrscheinlich habe ich ihm einen Gefallen getan und seiner Familie mit.

Ich ärgere mich so sehr über mich selbst...denn obwohl ich genau weiß, wie es ist und was richtig ist, ist es so verdammt schwer, es zu akzeptieren.

Die ersten Tage stellte ich mir immer wieder die Frage, ob er mich wohl vermissen wird. Ja, wenn ich ehrlich bin, hoffte ich darauf, dass er ankommt und mich anfleht, dass ich ihm nochmal verzeihe.

Aber nein, er kam nicht, ich habe ihm mal wieder eine Entscheidung abgenommen, die ihm zudem ein viel bequemeres Leben bietet, schön bei Mama und Papa.

Dieser Gedanke machte mich die ersten Tage fertig. Ich konnte nicht verstehen, wie leicht er es auf einmal nimmt, wo unsere Liebe am Anfang so besonders war.

Es ist alles so schlecht gelaufen mit uns, aber ich ihn liebe.

Einen Tag nach der Trennung fragte er per SMS, ob er die Sachen, die er noch vergessen hatte, holen könne, die Möbel die er mit mir angeschafft hatte, wollte er nicht haben. Ich schrieb ihm, dass er alles mitnehmen könne, was er ihm gehört.

Er kam dann am nächsten Abend. Zum Glück bot mein Sohn mir an, ihn rein zu lassen, ich haute rechtzeitig ab und ging joggen. Erst als er weg war kam ich wieder nach Hause.

Er schrieb mir den selben Abend noch. Er entschuldigte sich dafür, dass er in letzter Zeit keine Emotionen zeigte, die würden nun umso mehr kommen, wo er weiß, dass es aus ist und das er sich so sehr wünscht, dass wir irgendwann nochmal miteinander reden. Ich antwortete nicht. Am nächsten Tag wieder SMS, er fragte, wie es mir geht. Ich antwortete dann einen Tag später, weil ich nicht bockig wirken wollte und zudem Angst hatte, er würde nicht aufhören mit dem Schreiben. Ich schrieb ihm, dass ich ok bin und im Moment nicht reden möchte und nun erstmal eine ganze Weile brauche, um Ruhe zu finden. Er bedankte sich für meine Antwort und meinte, er hätte dafür Verständnis.

In den letzten Tagen kamen noch mehr SMS. Er macht sich Gedanken um mich, er schickte ein Blumenbild mit der Aussage, es tut ihm leid, wünschte gute Nacht, ein schönes WE. Ich reagierte nicht darauf.

Am Montag war ihm aufgefallen, dass ich vergangenes Wochenende nicht gearbeitet hätte, mein Auto hätte nicht wie sonst auf dem Parkplatz gestanden, er fragte, ob es wegen ihm sei (nein, er war diesmal nicht der Grund, ich hatte frei!).
Ich antwortete nicht und heute blieb auch er still.

Meint ihr, ich verhalte mich mit meiner Zurückhaltung richtig? Ich möchte im Moment keinen Kontakt,denn ich weiß, es würde mich wieder zurück werfen. Im Moment komme ich halbwegs klar. Und obwohl ich noch so starke Gefühle habe, weiß ich nicht mal, ob ich wirklich noch den Wunsch habe, irgendwann wieder mit ihm zusammen zu sein. Wenn, dann nicht mehr so, wie vorher und ich glaube nicht, dass wir dauerhaft was ändern können.

Aber wie es in der Liebe so ist, ein klein bisschen Hoffnung ist dann doch immer da.

Dem, der meine Geschichte bis hierher gelesen hat, möchte ich schon mal ganz herzlich danken.

Ich würde mich wahnsinnig über einen Rat freuen. Weiß halt einfach nicht, ob es richtig ist, was ich mache. Lenke mich derzeit mit viel Arbeit ab, war beim Frisör und gehe wieder joggen, dass hilft etwas und macht mich zudem wieder etwas fitter ;-)

Euch alles Liebe.

Placebo

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Re: Bei mir lief es anders...aber ebenso schwer :-(

Beitrag  Gästle :) am Mi Apr 25, 2012 11:15 am

Hallo Placebo!

Ich denke,du bist den richtigen Weg gegangen und das weisst du auch!Insgeheim hast du es vielleicht auch schon viel länger gewusst aber man hat ja doch irgendwo immer noch Hoffnung,dass sich etwas verändert.Ausserdem ist so ein Schritt nihct ganz einfach,da das Alleinsein auch nicht der Traum eines jeden ist Smile

Du kannst dir die Frage,ob du dich richtig verhälst,selbst beantworten!Du selbst sagst nämlich,dass dir der Kontakt im Moment nicht gut tut und du Angst hast,dass es dich zurückwerfen könnte.Wichtig ist,was DEIN Gefühl sagt und nicht das,was andere sagen Smile

Hast du denn einen beständigen Freundeskreis?Wie geht dein Sohn mit der Situation um?
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Re: Bei mir lief es anders...aber ebenso schwer :-(

Beitrag  Hallole1233 am Mi Apr 25, 2012 11:55 am

Ich denke, du stehst noch unter Schock, dass du die Trennung tatsächlich ausgesprochen hast. Dies war aber schon längst überfällig.
Kümmere dich um dich und tu was für dich. Um das Muttersöhnchen brauchst du dir keine Gedanken machen, der hängt seine Füße wieder bei Mutti unter den Tisch......kann mir gut vorstellen, dass er dich in eine Art Ersatzmutterrolle gesteckt hat, und daher diese sexuellen Hemmumgen kommen* ich will nix falsch machen*
Wie lange wart ihr zusammen?
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Re: Bei mir lief es anders...aber ebenso schwer :-(

Beitrag  Blackhole am Mi Apr 25, 2012 12:01 pm

Hallo Placebo,

ich glaube auch, dass Du eigentlich weißt, dass Du die einzig richtige Entscheidung getroffen hast. Neutral

Bei Euch ist es ja noch offensichtlicher, dass es eben nicht wirklich tolleriert/akzeptiert ist, wenn Frau einen jüngeren Mann an ihrer Seite weiß. Ich schrieb bei laluna70 schon mal so etwas. Vielleicht mal reinschauen.
Insgesamt denke ich, (nach Deinen Zeilen) er ist ein massiv elterlich abhängiger Mensch....und nach den Kontakten mit anderen "älteren" Frauen... riecht das sogar ein bißchen nach einem Ödipuskomplex. Suspect Suspect Sorry Embarassed

Sein Umfeld tat dann ein übriges.
Zwar haben alle mit Dir geredet doch insgeheim - und dann immer offensichtlicher - wäre es allen lieber gewesen,er hätte sich was "passenderes" gesucht. Vielleicht fielen ja sogar Worte wie Toyboy und ...was wird mit Enkelkindern ???.

Aber das ist ja jetzt auch egal. Anscheinend hat er dem "Druck" nicht standgehalten oder es war für ihn doch nicht so tiefgehend wie für Dich. Die Konsequenz ist die gleiche.
Ich finde Deinen Entschluß richtig und Du solltest Dir darüber im klaren sein, dass sein Umfeld sich nicht ändern wird. Entweder er stellt sich dem Dir zu liebe oder eben nicht.
Er ist jetzt gefragt....

Es hört sich jetzt vielleicht naiv an, aber ich denke seine Flirtereien waren wirklich nur aufs Internet bezogen, ich bin mir ziemlich sicher, dass er sich nie mit einer der Frauen getroffen hat, weil er im Net etwas verkörpert, was er nicht ist. Denn in unserer Beziehung war er sexuell eher unsicher, im Internet machte er auf großen Kenner.
Mag sein. Wenn er mehr sein will als er kann, wirft das eigentlich kein gutes Licht auf sein Selbstwertgefühl und auf die "Ausgewogenheit" eurer Beziehung.
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Re: Bei mir lief es anders...aber ebenso schwer :-(

Beitrag  Placebo am Do Apr 26, 2012 12:24 am

Hallo,

@ Gästle: ja, ich merke mit jedem Tag mehr, dass es die richtige Entscheidung war. Heute bin ich wieder ein ganzes Stück weiter.

Seine Mutter kam heut zu mir in den Laden (arbeite teilweise im Verkauf). Ich dachte, so ein Zusammentreffen würde mir etwas zusetzen, aber ich blieb ganz locker. Sie kam ganz unsicher auf mich zu, wir begrüßten uns freundlich wie immer. Sie sagte zu mir: "wenn's halt nicht mehr passt, dann gehts nicht mehr!!!" (Hhmmm) Sie war recht unsicher. Sie fragte mich, wie es mir geht und ich sagte ihr, gut und das ich die Beziehung so nicht weiterführen wollte und konnte das es mir mit meiner Entscheidung viel besser geht. Dann lenkte sie sofort ab und meinte, sie müsse noch was einkaufen. Wir verabschiedeten uns sehr nett und ich sagte ihr, sie solle Ihren Mann lieb grüßen. Dann war sie schon wieder weg.

Nur 15 min später von Ihm ne SMS in der er schrieb, dass seine Eltern mich immer noch genauso gut leiden können wie vorher!!!! Hab nicht darauf reagiert. Oh Mann....was sollte die Aktion?

Ich bin eigentlich ganz stolz auf mich, dass ich die Situation doch recht locker gemeistert habe.

Danach ging es mir wieder etwas besser. :-)

Zu Deinen Fragen Gästle. Freunde...hhm...ja, die mir zuhören und mir Rat geben, dann meine Familie, besonders meine Schwester, mit der ich über alles reden kann. Nur leider habe ich keine Freunde zum Ausgehen. Die Frauen in meinem Bekanntenkreis verbringen Ihre Freizeit mit der Familie , haben nicht wirklich Lust auf Party usw. Aber ich arbeite daran, meinen Bekanntenkreis zu erweitern ;-) Mein Sohn ist einfach froh, dass es mir langsam wieder besser geht. Er kennt mich auch als recht stark.

@ Hallole1233: Du hast schon recht, etwas Ersatzmami war ich schon, hab ihm ja immer mit Rat und Tat zur Seite gestanden. Aber er hat doch auch die Partnerin in mir gesehen, ich war schon sehr reizvoll für ihn. Wir waren übrigens drei Jahre zusammen.

@ Blackhole: Wir haben oft über Kinder gesprochen. Er wollte gern mit mir ein Kind haben, ich sagte ihm, dass ich mir ebenfalls noch ein Kind wünsche. Aber wir wollten, trotz meines Alters nichts überstürzen (zum Glück). Darüber haben wir auch offen mit seinen Eltern gesprochen. Sie fanden es gut, zudem haben wir einige Bekannte, die auch mit über 40 noch Eltern wurden. Es wurde überhaupt anfangs viel geplant, da waren wir noch euphorisch.

Ja...sein Selbstwertgefühl...nicht das beste...er macht immer ganz groß, aber hat Ängste ohne Ende. Innerhalb seiner Familie, Verwandtschaft oder Dorfgemeinschaft ganz groß, sonst aber sehr zurückhaltend. Jaaaa...so isser....und so wird er wohl immer bleiben!!!!

Ich hab auf jeden Fall aufgegeben, mir Hoffnungen zu machen, dass er sich jemals ändern wird!

Euch nun eine gute Nacht und nochmal ganz lieben Dank für Eure Antworten :-)




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Re: Bei mir lief es anders...aber ebenso schwer :-(

Beitrag  MadamePsychosis am Do Apr 26, 2012 1:12 am

Placebo schrieb:
Ja...sein Selbstwertgefühl...nicht das beste...er macht immer ganz groß, aber hat Ängste ohne Ende. Innerhalb seiner Familie, Verwandtschaft oder Dorfgemeinschaft ganz groß, sonst aber sehr zurückhaltend. Jaaaa...so isser....und so wird er wohl immer bleiben!!!!

Ich hab gerade irgendwie ein Deja vu. Genauso ist mein Ex auch. Komischerweise ist mir das aber jetzt erst bewusst geworden, in der Beziehung hielt ich ihn immer für echt selbstbewusst, sonst wär ich glaub auch nie so abhängig geworden...

Dazu ist er auch jünger als ich (4 Jahre) und hängt noch extrem an seiner Familie, besonders an seiner Mutter. Ich bin mittlerweile zu dem Schluss gekommen, dass diese ganze Familienkonstellation auch ein ganz großer Teil des Problems ist. Man hat dann immer so das Gefühl dazwischen zu stehen. Außerdem hat er die Probleme, die er trotzdem mit seiner Mutter hatte auch immer irgendwie bei uns mit rein gebracht. Weiß nicht, ob es dir da auch so ging.

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Re: Bei mir lief es anders...aber ebenso schwer :-(

Beitrag  Mr.F am Do Apr 26, 2012 1:33 am

Hab mir deine Story grad durchgelesen. Den Antworten hab ich eigentlich nix hinzuzufügen.
Interessant find ich den Part, als seine Mom zu dir kommt. Warum??? Hat er sie geschickt? Oder kaum sie aus eigenen Stücken weil der Bub ja so leidet?

Ist jetzt aber auch egal. Ich würde eine gewisse Zeit ohne Kontakt abwarten und mich dann mit ihm zu einem offenen Gespräch treffen. Versuch dann eure Probleme anzusprechen. Und wichtig ist, dass Beide ihre Fehler wirklich einsehen. Dann kann es noch was werden.

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Re: Bei mir lief es anders...aber ebenso schwer :-(

Beitrag  Placebo am Do Apr 26, 2012 2:00 am

Hallo MadamePsychosis,

oh ja, mir ging es genauso. Seine Mutter kann aber auch nicht loslassen.

Seine Eltern sind selbständig, Vater macht die Werkstatt, Mutter das Büro, alles von zu Hause aus. Mein Ex hat also ständig seine "Anlaufstelle". Und vor allem immer eine gute Ausrede, wenn zu seinen Eltern fuhr, denn er musste oft in der Werkstatt helfen und seine Mutter hat dann schön gekocht.

Nicht falsch verstehen, ich mag seine Eltern, aber all das stand sehr stark zwischen uns. Dabei hab ich aber nie gemeckert, zumindest nicht wegen dem Helfen. Nur wegen dem Essen, da hab ich mich des öfteren aufgeregt. Wir hatten ja kaum noch gemeinsame Mahlzeiten!

Und was für mich auch schlimm war...ich wollte ihn vor seinen Eltern nicht bloßstellen. Die haben nie erfahren, warum wir öfter Stress hatten (sein Cybersex!), die konnten sich ja gar keinen Reim darauf machen, warum ich später dann so selten mit zu Ihnen kam. War schon sehr schwer!

Ich hätte gern ein engeres Verhältnis zu Ihnen aufgebaut, ich selber habe meine Eltern nicht mehr und sein Vater erinnert mich oft an meinen.

Ich glaube, seinen Eltern ist gar nicht wirklich bewusst, wie sie ihn behüten.

Ach ja, und wenn die ihm dann doch ab und an mal zu stressig wurden, konnte er ja zu mir flüchten. Nun nicht mehr, jetzt hockt er wieder in seinem "Kinderzimmer"!!!

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Re: Bei mir lief es anders...aber ebenso schwer :-(

Beitrag  Placebo am Do Apr 26, 2012 2:07 am

Hallo Mr.F,

ich verstehe auch nicht wirklich, warum seine Mutter kam. Habe auch schon überlegt, ob er sie geschickt hat, weil ich auf seine SMS nicht reagiere und er ja nicht weiß, wie es mir geht.

Ich habe sie aber auch nicht nach ihm befragt, wollte es gar nicht wissen. Das Seltsame ist vor allem seine SMS kurze Zeit später, dass seine Eltern mich immer noch genauso gut leiden können!? Verstehe ich absolut nicht!!!


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Re: Bei mir lief es anders...aber ebenso schwer :-(

Beitrag  MadamePsychosis am Fr Apr 27, 2012 2:05 am

Placebo schrieb:Seine Mutter kann aber auch nicht loslassen.

Ist bei meinem ganz genau das Selbe. Er ist unter der Woche nicht daheim, wegen seiner Arbeit und wenn er dann nach dem Wochenende daheim wieder fährt, kann vorher der größte Stress gewesen sein, aber sie jammert ihm dann trotzdem vor, wie schlimm es jetzt ist, dass er wieder fahren muss. Zu mir hat sie mal gesagt, dass sie sich gar nicht vorstellen kann, wie es sein wird, wenn er mal ausgezogen ist. Shocked

Er hat auch immer Gründe gefunden, warum wir öfter bei ihm und weniger bei mir waren. Sein Hobby (die ganze Familie ist im Schützenverein) oder irgendwelche Sachen in der Familie wie Geburtstage, etc. Also alles so ähnlich wie bei dir, bloß dass wir nicht zusammen gewohnt haben. Kann auch verstehen, dass dich das aufgeregt hat. So ging es mir ja auch, obwohl seine Eltern sehr nett waren.

Placebo schrieb:Ach ja, und wenn die ihm dann doch ab und an mal zu stressig wurden, konnte er ja zu mir flüchten. Nun nicht mehr, jetzt hockt er wieder in seinem "Kinderzimmer"!!!

Ja ja, meiner auch. Very Happy Der hockt jetzt anscheinend nur noch bei seinen Eltern, geht nicht mehr weg und gar nix. Genießt also richtig das Singleleben. Aber sag mal, stellt sich da bei dir nicht eine gewisse Ernüchterung ein, wenn du jetzt so drüber nachdenkst, was er eigentlich für ein Typ war? Mir geht es nämlich so. Ich merke, dass ich eigentlich viel stärker bin und auch allein sehr gut zurecht kommen werde, während ich das bei ihm nicht so recht glauben kann. Das gibt einem doch ein gutes Gefühl?

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Re: Bei mir lief es anders...aber ebenso schwer :-(

Beitrag  CommanderTom am Sa Apr 28, 2012 12:13 am

Solange sich ein Partner -egal, ob Männlein oder Weiblein- noch nicht richtig von den Eltern abgenabelt hat, wird dies immer einen Konfliktherd für eine Beziehung bedeuten ! Zumal wohl er und auch seine ganze Familie so nach dem Motto "mehr schein - als sein" zu leben pflegen !

Das macht die ganze Kiste noch viel komplizierter. Denn wer diesen Lebensstil pflegt, lebt immer mit einer Maske, die nur darauf wartet, irgendwann zu fallen !

Keine eigenständigen Entscheidungen treffen zu können, ohne Angst vor der Reaktion der eigenen Familie, macht doch aus jedem ein armseeliges Würstchen, das im entscheidenenden Moment eher auf den Rat seiner Mama, als auf sein eigenes Gefühl hört !

Ich kenne das aus eigener Erfahrung !

Eine Arbeitskollegin von mir hat einen längst erwachsenen Sohn (dürfte so Anfang/Mitte 30 sein) ! Der ruft sogar noch an, wenn er zuhause ´ne Pizza backen möchte, um nach der Backzeit zu fragen ! Zudem fragt er ständig seine Mama nach Ihrer Meinung, gleich zu welchem Thema !

Ich bin zwar keine Frau, aber wär ich eine, hätt´ ich so ein Muttersöhnchen schon längst in den Wind geschossen. Der blockiert doch nur Dein eigenes Leben, weil er nicht die Fähigkeit besitzt, eigene Entscheidungen zu fällen bzw. seine eigene Meinung ohne den Rückhalt seiner Familie zu vertreten !

Ich könnte fast wetten, das er wichtige Entscheidungen immer Dir überlassen hat, oder sie von seinen Eltern hat absegnen lassen ?!

Ich an Deiner Stelle würde daher anfangen, mein Leben ohne ihn zu leben und nach einem MANN ausschau zu halten, der seines Geschlechts auch würdig ist.

Sorry . . . das klingt jetzt vielleicht alles ziemlich hart, aber willst Du Deine Zukunft wirklich mit so einem Würstchen verbringen ? Wär doch ´ne ziemlich doofe Rolle, so als "Ersatz-Mama" - oder?

Denk´ mal drüber nach

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Re: Bei mir lief es anders...aber ebenso schwer :-(

Beitrag  Placebo am Sa Apr 28, 2012 1:00 am

Nein CommanderTom, das klingt nicht hart für mich. Ich weiß ja, wie es ist.

Aber wie es halt so ist, wenn viele Gefühle vorhanden sind, irgendwie hab ich mir in der ganzen Zeit immer wieder erhofft, es würde sich noch ändern. Das das mehr als unwahrscheinlich ist, ist mir mittlerweile auch klar.

Im Moment muss ich halt noch meine Gefühle für ihn in den Griff bekommen, wird wohl nach und nach besser werden. Immerhin ist der Verstand schon viel stärker als das Herz ;-)

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Re: Bei mir lief es anders...aber ebenso schwer :-(

Beitrag  Placebo am Sa Apr 28, 2012 1:11 am

MadamePsychosis....ja, eine gewisse Genugtuung habe ich auch. Ich lebe hier mein Leben irgendwie weiter, ja, und das gar nicht mal so schlecht. Er muss ja nun ganz von vorn anfangen, Wohnung suchen usw., es sei denn, er bleibt bei seinen Eltern (was mich auch nicht wundern würde!).

Zudem ist es für mich auch eine Genugtuung, dass er nun merkt, dass ich auch sehr konsequent sein kann. Er hofft jeden Tag erneut auf Antwort von mir. Aber ich will noch kein Gespräch mit ihm, warum auch? Ich bin nicht verantwortlich für ihn und seine Sorgen und sein Gewissen werde ich ihm auch nicht erleichtern....muss er allein durch!!

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Plötzlich wieder ganz unten...

Beitrag  Placebo am Di Mai 01, 2012 1:21 am

Ich weiß mal wieder nicht weiter. Mir ging es die letzten Tage relativ gut, hatte mich super im Griff, bin wieder ausgegangen, war viel laufen, hatte mich, so dachte ich, mit dem Ende abgefunden. Aber plötzlich bin ich wieder total unten!

War heut Abend mit Kollegen verabredet, hatte mich auch darauf gefreut, aber nach einer Stunde hab ich es nicht mehr ausgehalten, ich musste flüchten. Kaum am Auto angekommen, liefen schon wieder die Tränen.

Ich muss dazu sagen, dass mein Ex mich heute wieder kontaktiert hat. Er schrieb mir, dass ich keine Bedenken haben müsse, wegen des Festes, zu dem ich mit meinen Kollegen gehen wollte, er würde nicht dorthin gehen. Eigentlich ist er dort auch immer und noch vor ein paar Stunden dachte ich, ich würde es verkraften, falls er mir über den Weg läuft. Er war auch nicht da, aber ich hab es trotzdem nicht dort ausgehalten!!!

Er schrieb mir heute nachmittag, dass er es nicht verkraften könne, wenn er mich dort sieht. Und ich blöde Kuh dachte, für mich wäre es kein Problem...so kann man sich täuschen.

Nun fahre ich seit über einer Stunde durch die Welt und will auch nicht nach Hause...fühl mich gerade sooo mies und leer. Warum tut das alles nur so weh? Ich leide, er leidet, dass alles ist so bekloppt!

Nun texte ich das Forum voll, weil ich nicht weiß, wohin mit meinen Gefühlen....sorry!!!

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Re: Bei mir lief es anders...aber ebenso schwer :-(

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