seit 3 Monaten getrennt...Kontaktsperre schwer möglich

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seit 3 Monaten getrennt...Kontaktsperre schwer möglich

Beitrag  mia.fia am Do Okt 25, 2012 6:48 pm

Ihr Lieben,

Mein Expartner und ich, wir sind beide noch sehr jung, 18 bald 19, und haben eine fast 3jährige Beziehung hinter uns. Er trennt sich völlig unerwartet, auch von seiner Sicht aus. Auslöser war ein Tag in den Sommerferien, als ich im Urlaub war, und an dem es ihm irrsinnig schlecht ging. Er hatte schon eine ganze Weile Gesundheitsprobleme und an diesem Tag war sein Bein komplett taub, so dass er sich nicht fortbewegen konnte. Seine Eltern waren nicht da, um ihn ins Krankenhaus zu bringen. Und ich, 700km konnte ihn auch nur schwerlich beruhigen. Am nächsten Morgen rief er mich dann also an, völlig aufgelöst, er sei sich über seine Gefühle nicht mehr im Klaren, alles wäre total durcheinander, in letzter Zeit lief es ja auch nicht mehr so gut und er bräuchte jetzt erstmal Zeit, um rauszufinden, was das ist mit seinem Körper (Taubheit) und um seine Gefühle für mich zu klären. Wir "vereinbarten" 5 Wochen, bis zum Ende der Ferien.
Ich war völlig erledigt und mehrere Wochen in einem Schockzustand. Ich kämpfte nicht. Ich kam gar nicht auf die Idee. Wenn jemand seiner Gefühle nicht sicher ist, kann ich ja nichts machen, dachte ich mir. Einmal schrieb ich einen Brief, dass ich nach der Frist dann ein persönliches Gespräch wünsche. Seine Antwort war gar nicht so negativ. Es stand noch nichts fest aber am Schluss schrieb er: "Ich bin einem Neuanfang gegenüber nicht abgeneigt, aber ich brauche Zeit und die Bestätigung meines Körpers." Er wollte sich auch mal mit mir treffen, als ich zögerte schrieb er, er wolle das unbedingt, denn er wolle sich "neu in mich verlieben". Das Treffen fand auch statt, vielleicht zwei Wochen später, wo er sich immer noch nicht klar war, was er fühlte. Wir hatten selten sporadischen Kontakt. Unser Abschlussgespräch fand statt, es war eine endgültige Trennung. Er wolle mich nicht in der Luft hängen und weiter warten lassen, sagte er.
Danach ging die Schule auch schon wieder los. Da wir in einer gemeinsamen Klasse sind (13.), war und ist eine Kontaktsperre nahezu unmöglich. Wir haben auch noch mehrere Gespräche geführt, da er mir Gelegenheit geben wollte, auf alle meine Fragen zu antworten, sofern er das denn konnte. Ich erfuhr jetzt, was ihn plötzlich an seinen Gefühlen zweifeln ließ. An jenem Tag als sein Bein taub war, hat er bei mir keinen Halt gefunden. Das brachte ihn zum Nachdenken und zum Zweifeln. Das verstand ich. Ich glaube aber auch, wäre ich an jenem Tag bei ihm gewesen oder zu ihm gekommen, hätte das schon anders ausgesehen. In den letzten Wochen und Gesprächen haben wir beide einige Erkenntnisse gewonnen. Er hatte gemerkt, dass der Schritt, sich gleich bei den ersten Zweifeln zu trennen, wohl ein Fehler war, und auch, dass er die Zeit in den Ferien sich hauptsächlich abgelenkt hat, anstatt sich intensiv mit uns zu beschäftigen. Ich war froh, dass er das erkannt hat, denn mich hatte es schwer geschockt, dass er so eine intensive Beziehung gleich weggeworfen hatte. Auf meine Nachfrage hin sagte er mir auch, dass er sich seinen Gefühlen mir gegenüber immer noch nicht sicher sei, mir aber keine Hoffnungen machen wolle, weil das lange dauern könnte. Er sagte mir auch, welchen großen Fehler er innerhalb der Beziehung gemacht hatte. Er hat sich bei mir nicht "ausgeheult". Sprich, wenn ihn etwas belastete, was auch immer, hat er seinen Kummer nicht bei mir abgeladen, auch wenn ich danach gefragt habe. Er meinte, das wäre ihm von Haus aus so "beigebracht worden". Und es ist für mich logisch, dass, wenn man sich nicht auf den Menschen stützt, der einem genau das anbietet, man in dem Moment, wenn man ihn doch braucht (Beistand bei der Taubheit) tief fällt, und merkt, dass man bei ihm keinen Halt finden kann.
Umso trauriger fand ich, dass dadurch offenbar seine Gefühle, seine Liebe für mich verschwanden, oder, was ich noch eher glaube, sehr tief untergegangen sind. Ich vertraue stark, dass da noch was ist, unter der Oberfläche.

Dadurch, dass wir uns jeden Tag sehen, kann er wahrscheinlich schwer anfangen, mich zu vermissen. Ich versuche aber trotzdem, den Kontakt eher nicht zu suchen, und stattdessen ihn etwas auf mich zukommen zu lassen, weil ich denke, das gute Chancen bestehen, dass er sich doch nochmal "wie neu in mich verliebt". Er hat selbst gesagt, momentan verdrängt er viel und unterdrückt Gefühle, die hochkommen, wenn ihn "Impulse" erreichen (Photos, Musik die wir zusammen gemacht haben,...). Ich hoffe sehr, dass er das alles irgendwann zulässt, um zu verarbeiten, und seine Gefühlswelt für sich zu klären. Ich denke, mein Exfreund hat zu schnell aufgegeben, was er ja auch selbst gemerkt hat.

Habt ihr ein paar Gedanken zu der Geschichte, oder Tipps für mich?
Alles konnte ich unmöglich schreiben, also bei Fragen einfach fragen Smile
Vielen Dank fürs Lesen!

Eure mia.fia

PS.: Meine Verfassung ist so weit ganz gut, ich habe mich schnell wieder aufgerappelt, und mich nicht gehen lassen!

mia.fia

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Re: seit 3 Monaten getrennt...Kontaktsperre schwer möglich

Beitrag  Bine am Do Okt 25, 2012 7:53 pm

Liebe mia.fia,

Kontaktsperre heisst ja nicht in erster Linie nicht sehen, sondern, keinen Kontakt haben. Nicht Sehen macht das natürlich einfacher.

Kontaktsperre in deinem Fall würde dann so aussehen, dass Du ihm aus dem Weg gehst. Das muss jetzt nicht heissen, Du rennst weg, wenn er kommt, sondern Du behandelst ihn wie jeden anderen Schulkameraden, zu dem Du keinen persönlichen Bezug hast. So, als wär er eben irgendwer in der Klasse, den Du nicht näher kennst und mit dem Dich nichts verbindet.

Dabei könnte er dann eben den persönlichen Kontakt mit Dir vermissen

Wichtig an der Kontaktsperre ist aber aus meiner Sicht auch, selbst Abstand zu halten. Erstmal, was den rein äußerlichen kontakt angeht, aber auch, was die Gedanken angeht. Also nicht mehr an ihn oder über ihn nachdenken. Konzentriere Deine Gefühle auf Dich und richte Deine Gedanken darauf, wie Du Dir Dein Leben und Deine Beziehung vorstellst. Geh raus und lebe Dein Leben. Ohne ihn und die Idee von ihm.

Viel Kraft! Bine

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