Weiß nicht mehr weiter...verliebt in einen Bindungsphobiker?

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Re: Weiß nicht mehr weiter...verliebt in einen Bindungsphobiker?

Beitrag  Chaotica am Mo März 18, 2013 12:32 am

Also ich bin mittlerweile davon überzeugt, dass er Bindungsangst hat...es spricht einfach vieles dafür...und jetzt habe ich auch mit einer Bekannten darüber gesprochen, die Psychologie während ihrer Ausbildung hatte...
Ich lese parallel auch in anderen Foren, in denen es sich speziell um Bindungsphobie handelt und Bücher zu diesem Thema...
Bei ihm könnten auch verschiedene Ursachen zu dieser Angst geführt haben...und wie gesagt, eine Phobie kommt selten alleine...er ist Einzelkind, Scheidungskind, er hatte schlechte Erfahrungen in Beziehungen, auch Drogen können dazu führen...
Und Anzeichen, woran das deutlich wird...er hat sich nach der Trennung selbstverletzt, er macht sich extrem viele Gedanken, er hat den Kontakt genau dann abgebrochen, als es auf eine feste Beziehung hinauslief, obwohl er sich eine feste Beziehung wünscht, er lebt gerne etwas anonym, zurückgezogen, er mag keine Kinder, weil er sie als sehr verletzlich empfindet, er ist hochbegabt und auch hochsensibel, er weiß, dass ich gerne eine feste Beziehung haben möchte und ich passe auch eigentlich in das Bild seiner Traumfrau, es ist ihm wichtig, dass wir viele Gemeinsamkeiten haben, er streitet sich nicht gerne, hält seine Meinung deshalb auch mal zurück, er ist extrem harmoniebedürftig, Menschen, die in seinem Zimmer gewalttätig werden, schmeißt er raus, er ist extrem höflich, nett, freundlich...und ich habe das Gefühl, dass er mir mit der Zeit immer mehr Vertrauen entgegenbringen kann...

Es ist extrem schwierig, eine feste Beziehung zu solchen Menschen aufbauen zu können, aber es ist nicht unmöglich...es braucht allerdings jede Menge Geduld und Einfühlungsvermögen...einige Bindungsängstliche reden sogar auch darüber...und irgendwo habe ich noch einen schönen Vorschlag gefunden, was man tun könnte...und dabei geht es darum, dass er lernt, mit seiner Angst umzugehen, also die (Angst in der) Nähe zu mir aushalten zu können, er sollte sich auch mit der Angst auseinandersetzen und dabei über die Gefühle reden, nach einer gewissen Zeit soll er die Freiheit haben, aus der Nähe zu gehen, ohne, dass er sich dafür rechtfertigen muss, um sich zu entspannen...Die Pausen zwischen den Treffen sollten nicht allzu lang sein und mit der Zeit kürzer werden...naja, eigentlich versuche ich es ja gerade auf diese Art und Weise...und es ist wohl so, dass ich ihn vielleicht tatsächlich mal darauf ansprechen könnte...immerhin hat er mir von sich aus ja auch mitgeteilt, dass er Sozialphobie hat und die Bindungsangst ist wohl auch eine Form davon...ich habe ihn anfangs mal auf die Sozialphobie angsprochen aus Neugier...und auch das war nicht so schlimm für ihn, hätte ich ja wohl sonst gemerkt...ich werde ihn vielleicht doch mal vorsichtig darauf ansprechen oder einfach so weitermachen...allerdings darf ich nicht immer für ihn verfügbar sein, damit er gar nicht erst in die Gelegenheit kommt, sich das einfach zu machen...
Allerdings bin ich mir da echt unsicher, ob ich ihn darauf ansprechen soll oder nicht...hängt wohl auch davon ab, wie sehr der Bindungsängstliche unter seiner Angst leidet und wie sehr ihm diese Angst bewusst ist...einige merken, dass etwas nicht stimmt, einige wissen sogar, dass sie diese Angst haben und andere denken die ganze Zeit, sie finden einfach nicht die Richtige, diese leiden wohl auch am wenigsten darunter...
Am besten für ihn wäre natürlich eine Therapie bzw. psychologische Beratung, also professionelle Hilfe...
Nicht nur, um eine schöne Beziehung führen zu können, sondern vor allem, um ein höheres Selbstbewusstsein zu bekommen...es gibt ja wohl nicht umsonst diesen Spruch, dass man sich selbst lieben muss, um andere lieben zu können...
Ich werde mich auf jeden Fall erstmal etwas unverfügbar geben...
Ich habe keine Lust, mich auf irgendwelche blöden Spielchen drauf einzulassen...solche Menschen flüchten sich wohl gerne in andere Affären...da sie so Bestätigung bekommen, aber nicht eingeengt werden...so handeln aber noch lange nicht alle bindungsscheuen...


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Re: Weiß nicht mehr weiter...verliebt in einen Bindungsphobiker?

Beitrag  Suizzera am Mo März 18, 2013 9:55 am

Hm, du machst dir sehr viele Gedanken, was ich grundsätzlich nachvollziehen kann. ABER: ihr seid kein Paar. Bist du dir sicher, dass du das ändern möchtest und mit ihm zusammen sein möchtest?

Wenn ja, dann sag ihm das und stelle klar, dass du auf Spielchen keine Lust hast. Und schon gar nicht, auf so eine Scheisse wie Selbstverletzungen. Und wenn er sich ätzend verhält, dann ziehst du dich zurück (das sagst du ihm aber nicht, sondern machst es dann einfach).

Wenn nicht, dann halte dich von ihm fern. Wenn er fragt warum, sagst du im deine Gründe.

Und noch mal zu den Selbstverletzungen: der Typ ist nicht primär bindungsgestört oder sozialphobisch, das ist ein Borderliner. Und die Symptome bei denen sind halt vielfältig. Ich würde dir unter diesen Umständen von einer Beziehung abraten. Damit machst du dich nur selbst kaputt. Er braucht Hilfe, aber nicht von dir. Das kannst du nicht. Das ist harte Arbeit, sowohl für den Patienten, als auch für den Therapeuten.

Alles Gute!

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Re: Weiß nicht mehr weiter...verliebt in einen Bindungsphobiker?

Beitrag  Chaotica am Mo März 18, 2013 10:57 am

Vielen Dank für die Antwort!

Natürlich mache ich mir Gedanken, ich will ja nicht, dass es mir wegen ihm schlecht geht...Und da ich mittlerweile weiß, dass es nicht an mir liegt, zweifel ich auch nicht mehr an mir, lebe mein Leben und mache mir zurzeit Gedanken darüber, um es besser zu verstehen, damit ich mich persönlich besser fühle...
Er hat sich "nur" ein Mal selbst Verletzungen zugeführt, halt nach der Trennung und die liegt schon ein paar Jahre zurück!
Mir ist auch bewusst, dass ich ihm nicht helfen kann, aber ich kann ja dennoch versuchen, es zu verstehen...das hilft mir mehr, als würde ich mir die ganze Zeit Schuld an der momentanen Beziehungssituation geben...
Ich bin mir momentan noch nicht ganz im Klaren, was ich selber will...also ob ich eine Beziehung mit ihm führen möchte oder nicht...er ist ein sehr netter, lieber Mensch, der mich gut behandelt und mit der Meinung stehe ich auch nicht alleine da...er ist halt krank, aber deswegen noch lange nicht liebensunwürdig...und so lange ich selbst nicht zugrunde gehe an dieser Situation ist es für mich auch in Ordnung...






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Re: Weiß nicht mehr weiter...verliebt in einen Bindungsphobiker?

Beitrag  DTF-IM am Mo März 18, 2013 3:24 pm

Deine Beschreibung klingt für mich entweder nach Borderliner oder nach Schizoidie ... halt dich lieber fern von solchen Menschen, besonders wenn das Thema "Beziehung" im Raum steht. Schon normale Freundschaften können ein Spießrutenlauf der Extraklasse werden - ich sprech da aus Erfahrung ... Überleg' es dir gut!

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