Hilft Kontaktsperre bei Bindungsangst?

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Hilft Kontaktsperre bei Bindungsangst?

Beitrag  Marsaba am Do Aug 22, 2013 4:30 pm

Ich war ein halbes Jahr mit einem Mann zusammen. Von vornherein war klar, dass er Probleme mit Nähe und Bindung und obendrein wohl noch immer eine ADHS aus seiner Kindheit mit sich herumschleppt. Nicht, dass er das thematisiert hätte, aber als vorgebildeter Laiein wurde mir das immer mehr klar. So brauchte er zwischen unseren Aktivitäten immer wieder Ruhepausen, Zeit sich zu sammeln, konnte schlecht von einer Situation in die nächste umschalten, häufige Stimmungsschwankungen....das ganze Programm. Oft beendete er eine Situation, wenn sie ihm zu intim oder nahe wurde, nur selten ließ er magische Momente zu, die sich uns umso tiefer ins Gedächtnis einprägten.

Im Laufe der Monate kamen wir einander aber doch näher. Er wurde konfliktfähiger, offener, auch einmal ein schwierigeres Gespräch zu führen und ich konnte mehr auf ihn und seine Bedürfnisse eingehen. Erst vor einigen wochen unterhielten wird uns, dass wir uns nun beim zweiten Anlauf (im letzten JAhr waren wir schonmal zusammen für drei Monate) gegenseitig besser zu nehmen wüssten und dass es gut war, es nochmal versucht zu haben.


Wir sahen uns oft nur einen Tag am WE, manchmal mit Übernachtung, oft ohne. Wenn Feiertage oder Ähnliches waren, auch häufiger mal unter der Woche, letzten Monat waren wir für einige Tage zusammen verreist und er meinte, im Herbst könnten wir das ja wiederholen. Demnächst kommt sein Vater zu Besuch und er überlegte, ob er mich vorstellen sollte.

Zwischen den Treffen, gab es wenige Mails oder SMS und dass obwohl im die Abschiede manchmal schwer fielen und er in dem Zusammenhang sogar mal von "Trennungsschmerz" sprach. Manchmal schrieb er auch, dass er mich vermisse, aber für mich wäre dann der nächste Schritt gewesen, sich häufiger zu sehen, wir wohnten nur 20 km auseinander.

Bei mir ist es so, dass ich auch meine Freiräume brauche, mich nicht jeden Tag treffen muss, aber dann eben über Telefon, Mails e.t.c. am Leben des anderen teilnhemen möchte. Sein tagelanges Nicht-Melden hat mich immer wieder sehr verunsichert, traurig gemacht.

Was mich an ihm angezogen hat, waren die vielen Guten Gespräche, die wir hatten, seine Verletztheit (üble Kindheit), seine Sensibilität und seine Verstand. Auch erotisch bestand eine Anziehung. Seine Angst vor Nähe zeigte sich leider aber auch in diesem Bereich, wirklich fallenlassen konnte er sich nicht. Dennoch fühlte ich seine Zuneigung und seine Gefühle für mich. Er wollte viel über mich und mein Leben wissen, "spiegelte" mich , ja irgendwie habe ich es halt gespürt.

Bei unserem letzten Treffen sagte ich ihm, dass ich einmal Sehen pro Woche etwas wenig fände, ich mir insgesamt mehr Verbindlichkeit wünsche. Aus diesem Grund war ich bei dem Treffen auch isg. etwas reserviert.
Dann hörten wir die Woche über nichts voneinander. Am folgenden WE telefonierten wir, er sagte mir, er habe mich gerne und er hätte unseren letzten Ausflug schön gefunden. Er habe aber das GEfühl, dass ich mich häufiger Treffen und eine "romantischere Beziehung wollte". Das bekomme er nicht hin.
Für ihn stelle sich daher die Beziehung infrage bei so unterschiedlichen Bedürfnissen. Es stellte sich heraus, dass er keinen Spielraum sah, mir entgegen zu kommen. Lange REde kurzer Sinn: Er sagt mir, was er geben kann und ich muss entscheiden, ob mir das reicht. Keine Chance eines wirklichen Gesprächs über unserer Bedürfnisse und unsere Beziehung. Er bestimmt, wo es langgeht und ich darf abnicken oder gehen!! Ich wollte das , was zwischen uns war "weiterentwickeln", mit ihm gemeinsam wachsen, Ängste überwinden.....er sagte, er schaffe das nicht! Es strenge ihn an und das habe ich bei dem Gespräch auch gemerkt.

Ich simste ihm am nächsten Tag, dass ich mich für seine Ehrlichkeit bedanke und wüsnchte ihm alles Gute. Er schrieb zurück, "vielleicht auf ein anderes Mal zu einer anderen Zeit", dass es schade wäre, dass wir nicht wenigstens Freunde bleiben könnten und er mich vermissen werde.

Und ja, es hilft mir zu wissen, dass er mich vermisst und wenn er schreibt "vielleicht zu einer anderen Zeit" (und so ähnlich hatte er es auch am Telefon gesagt) ist das kein Versprechen, nichts Verbindliches, aber es hat sich aus seinem Mund auch nicht angehört wie eine billigte Floskel. Es hat mich eben etwas "beruhigt", denn so ähnlich war auch meine Fantasie. Es hat so etwas gemeinsam mit dem Glauben an das Jenseits und tröstet etwas für den Moment.)


Nun halte ich seit vier Wochen eine Kontaktsperre, von der ich soviel Gutes gelesen habe ;-) Ob sie bei jemandem mit Bindungsangst hilft, weiß ich nicht, aber vor allem merke ich, dass sie mir ganz gut tut. Ich rekapituliere auch meine vergangenen Beziehungen und stelle fest, dass mich dieser Typ Mann schon immer angezogen hat oder ich habe mich mit Männern beschäftigt, die mich eigentlich gar nicht interessiert haben. Vielleicht bin ich eine "passive Vermeiderin", wer weiß.

Was ihn betrifft: Er mailt jetzt regelmäßig, einmal war es ein Tipp zum Steuern sparen (ist sein Job), dann ein lustiges Video auf youtube oder einfach ein paar nette Worte. Ich antworte dann immer nach einigen Tagen, kurz aber freundlich. Vielleicht alles blöde Taktik, aber entweder er wird über die Wochen etwas deutlicher oder es läuft nichts mit uns, Freundschaft kann ich mir vielleicht irgendwann mal vorstellen, aber das dauert noch.
Letzlich glaube ich nicht, dass er den Sprung macht, mir sagt, dass er sich eine neue Chance für uns wünscht, weil er damit eine Verbindlichkeit einginge, nee kann ich irgendwie nicht glauben. Und wenn er es macht, dann nur, wenn ich ihm die Chance gebe, mich zu vermissen, und zwar sowas von.....;-)

Wie ist eure Einschätzung der Lage? Wäre für Hinweise und Tipps dankbar!!

Marsaba

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Re: Hilft Kontaktsperre bei Bindungsangst?

Beitrag  Peradoro am Mo Aug 26, 2013 11:52 am

Ich war ein halbes Jahr mit einem Mann zusammen. Von vornherein war klar, dass er Probleme mit Nähe und Bindung und obendrein wohl noch immer eine ADHS aus seiner Kindheit mit sich herumschleppt. .... So brauchte er zwischen unseren Aktivitäten immer wieder Ruhepausen, Zeit sich zu sammeln, konnte schlecht von einer Situation in die nächste umschalten, häufige Stimmungsschwankungen....das ganze Programm. Oft beendete er eine Situation, wenn sie ihm zu intim oder nahe wurde, nur selten ließ er magische Momente zu, die sich uns umso tiefer ins Gedächtnis einprägten.
Wenn es dir von vornherein klar war dass er damit Probleme hat, hätte dir doch auch klar sein müssen, wenn er nicht aktiv daran arbeitet, die Beziehung keine lange Zukunft haben würde, oder?


Ob sie bei jemandem mit Bindungsangst hilft, weiß ich nicht, aber vor allem merke ich, dass sie mir ganz gut tut.
Und genau darum geht es bei der KS auch, dir soll es wieder gut gehen.

Letzlich glaube ich nicht, dass er den Sprung macht, mir sagt, dass er sich eine neue Chance für uns wünscht, weil er damit eine Verbindlichkeit einginge, nee kann ich irgendwie nicht glauben.
Kann ich mir ehrlich gesagt auch nicht vorstellen...

Wie ist eure Einschätzung der Lage? Wäre für Hinweise und Tipps dankbar!!
Wie ich das einschätze, liegt das "Hauptproblem" wohl bei Ihm, allerdings und das ist das verzwickte daran kannst du ihm dabei nicht helfen es zu lösen, da muss er selbst drauf kommen, denn er muss sich ändern wollen und nach deiner Beschreibung würde ich schätzen wird er dazu Professionelle Hilfe benötigen. Ich sage "Hauptproblem" bei ihm, aber es gibt vielleicht auch noch ein paar Baustellen bei dir, geh mal in dich und Suche danach.
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Re: Hilft Kontaktsperre bei Bindungsangst?

Beitrag  verflixt am Mo Aug 26, 2013 10:24 pm

Hallo, liebe Marsaba! Smile 

Ich bin ein wenig verwirrt, denn was hat denn bitte schön -ein ADHS- mit seiner jetzigen Situation zu tun?!
Hast Du schon einmal die Definition ADHS gegoogelt und bist tief in die Materie eingedrungen?!
Dann wüßtest Du, dass eine "vermeintliche Bindungsstörung" nicht dasselbe ist und de facto ganz andere Ursachen hat.

Ich finde es immer niedlich, wenn alle Verlassenen/Getrennten versuchen, irgendwelche Defizite im anderen zu sehen. Es mag sein, dass diese tatsächlich vorhanden sind -das möchte ich niemanden absprechen-, aber ist es nicht auch oftmals einfach nur eine Entschuldigung oder eine Ausrede für ein Verhalten?! Glaubt man solche Dinge nicht lieber und sind sie nicht schonender, als die nackte Wahrheit?!

Bindungsstörungen werden auch gerne einmal als Grund vorgeschoben, wenn es einfach nicht passt oder der Funke überspringen will. Die Angst vor Nähe wird häufig als Ausrede genutzt, weil der Gegenüber den anderen zwar mag, sich aber keine feste Beziehung vorstellen kann! Es ist dann oftmals bequemer -um auch nicht zu verletzen- solche Aussagen zu benutzen.

In Deiner Beschreibung finden sich vielerlei Sätze, die aussagen, dass er keine Beziehung zu Dir will und wenn dann wirklich nur zu seinen Konditionen und das eher sporadisch und auf Abruf -so meine Vermutung-. Auch die Abschiedsfloskel: "Wir sehen uns zu einer anderen Zeit an einem anderen Ort .......!" oder so ähnlich ....... Willst Du darauf warten und wertvolle Zeit verplempern?!

Und selbst wenn es so ist, dass er aus seiner Kindheit unaufgearbeitete Dinge mit sich rumschleppt ....... stören oder behindern tut es ihn selbst offensichtlich nicht, denn Umkehrschluss: Wäre es so, befände er sich in einer Therapie!

Auch, wenn er sich jetzt wieder versucht anzunähern: Er hat sich in den 4 Wochen nicht urplötzlich geändert und Du solltest für Dich ganz genau überlegen, ob Du Dir so etwas auf Dauer wirklich antun möchtest?!

Dies mal so Kurzgedanken von mir.

Die Verflixt Smile
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Beitrag  Marsaba am Mi Aug 28, 2013 2:31 pm

@verflixt: wenn du meinen Beitrag genau gelesen hättest, dann wäre dir nicht entgangen, dass ich sein ADHS nicht in Zusammenhang mit der bindungsstörung gebracht habe. Zudem habe ich schon Beziehungen gehabt, bei deren Ende ich kein Problem hatte, einzugestehen, dass derjenige meine Gefühle nicht erwidert hat - ganz ohne Schnörkel wie ADHS, bindungsangst oder sonstwas....

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Re: Hilft Kontaktsperre bei Bindungsangst?

Beitrag  Hallole1233 am Mi Aug 28, 2013 3:14 pm

Vielleicht solltest du ADHS und Bindungsstörung mal im Zusammenhang sehen ! ADHSler / ADSler sind in den meisten
Fällen " Einzelgánger " bzw. "Einzelkämpfer.
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