Lebenskrise, gefährliche Abhängigkeit und ein krasses Ende

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Lebenskrise, gefährliche Abhängigkeit und ein krasses Ende

Beitrag  Moghul am Mo Jun 29, 2009 3:07 am

Hallo,

dann fang ich auch mal an, hier meinen seelischen Müll abzuladen. Ich glaube, alleine das Schreiben hilft schon ein wenig und vielleicht habt ihr auch ein paar gute Tipps und Kommentare parat.

Vorab: Kopf und Herz sind bei mir schon ungefähr zur Hälfte so weit, sie nicht zurück haben zu wollen. Die andere Hälfte ist noch ein Problem.

Ich fang mal mit dem krassen Ende an, wirklich wie im schlechten Film.

Meine Ex (nennen wir sie Susi) und ich wären in 10 Tagen 8 Jahre zusammen gewesen, mit einer Unterbrechung von 2-3 Monaten. Wir hatten zuletzt eine einigermaßen gute Zeit, alles sehr harmonisch und liebevoll aufgeladen. Wir waren gerade dabei, zusammen mit einem Freud ein Unternehmen zu gründen und hatten locker geplant im Sommer so eine Art inoffizielles Hochzeitsfest zu veranstalten (formal sind wir schon verheiratet, aber hauptsächlich aus steuerlichen Gründen, jedenfalls hatte das für mich nie eine besonders große romantische Bedeutung). Zukunftspläne halt, feste Partnerschaft, (fast) alles bestens, jedenfalls kriselte es kein bißchen, viel beruflicher Streß auf beiden Seiten, aber das war es zur Zeit schon.

Montag paßte ich auf ihren Hund auf, weil sie beruflich sehr angespannt ist. Als sie nach Hause kommt, ist eigentlich alles normal. Allerdings erzählt sie mir, daß sie am Vorabend mit einem Typen essen war, den sie eine Woche zuvor kennengelernt hatte. Sehr chices Lokal, teurer Wein. Der Typ (nennen wir ihn Olaf) hatte sich eindeutig Hoffnungen gemacht, aber Susi erzählt viel von mir und schilderte unsere Beziehung als sehr stabil (was sie bis dahin aus meiner Sicht auch war). Ein leichtes Störgefühl bekam ich, als von der Fülle von Gemeinsamkeiten erzählte, die sie mit dem Typen hat und vor allem, mit welcher Hektik sie sage, ich brauche mir keine Sorgen machen. Sie hätte das nur gemacht, weil sie sich geschmeichelt fühlte und nach 8 Jahren ein Umworbenwerden von anderen Männern gut für ihr Selbstbewußtsein sei. Außerdem ist Olaf 11 Jahre älter als sie. Na gut, ein kleiner Ego-Shooter ist vielleicht in Ordnung, wenn es dabei bleibt, zumal ich eigentlich kein eifersüchtiger Mensch bin.

Freitag sind wir mit einem anderen Pärchen zum Essen verabredet. Allerdings fällt einer von denen aus und sie fragt Olaf, ob er mitkommen möchte. Ihr Hintergedanke ist, ich solle den auch kennenlernen, weil der mir bestimmt auch gefallen würde und wir auf einer Wellenlänge funken würden. Dazu muß man sagen, daß ich aufgrund meiner beruflichen Situation und in einer relativ neuen Stadt eigentlich niemanden kennenlerne und soziale Kontakte fast ausschließlich über Susi habe. Insofern ist der Gedanke nicht sehr abwegig.

Ich starte in den Abend mit etwas gemischten Gefühlen, aber nicht wirklich beunruhigt. Olaf ist tatsächlich jemand, mit dem man sich einigermaßen gut unterhalten kann und jemand, den ich mir unter anderen Umständen, in unserem Bekanntenkreis hätte vorstellen können. Eigentlich war es ein einigermaßen netter Abend. Allerdings gab es auch fortwährend einige Unstimmigkeiten: sie schmachtet ihn an, läßt Gelegenheiten aus, unsere Beziehung zu betonen und so was.

Als wir nach hause fahren ist uns beiden sofort klar, daß irgend etwas nicht stimmt. Darüber reden wir auch sofort. Sie hat eine gewisse Attraktion für Olaf und auch schon sehr konkret ausgesponnene Phantasien, wie es wäre mit dem zusammen zu sein. Zugleich betont sie aber erneut, ich brauche mir keine Sorgen zu machen. Wir reden noch lange vor dem schlafen gehen, sie beteuert mir auch ihre Liebe, aber irgendwie halbgar, die Sache ist nicht wirklich geklärt.

Samstag und Sonntag haben wir ungeschützten Geschlechtsverkehr, wir wünschen uns Kinder.

Mittwoch bekomme ich einen Anruf von ihr. Sie sagt, und diesmal so überzeugend, wie ich mir das schon am Freitag oder spätestens Samstag gewünscht hätte, sie hätte über alles nachgedacht und sei sich jetzt absolut sicher, daß sie mit mir und niemandem sonst zusammen sein will. Sehr klare Worte, sehr klare Stimme, sehr eindeutiges Bekenntnis zu unserer Beziehung. Das überzeugt mich.
Und dann sagt sie, sie hätte das kapiert, nur Olaf nicht, denn der hat sie für den Abend schon wieder zum essen eingeladen – was durchaus frech ist. Susi kündigt an, da auch hinzugehen, weil sie das mit dem klären müsse, der soll sein (nicht offen erklärtes, aber eben durch Einladungen und Geschenke gezeigtes) werben aufgeben, das hätte keinen Sinn.

Okay, im nachhinein ahnt jeder was passiert, ich zu dem Zeitpunkt nicht, weil das so unvorstellbar und unsere Beziehung so fest ist. Donnerstag höre ich den ganzen Tag nichts von ihr. obwohl wir eigentlich spazieren gehen wollen. Gegen nachmittag rufe ich an, schicke später eine SMS, keine Reaktion. Am Abend fahre ich zu ihr, könnte ja auch sein, daß sie einen Unfall hatte, sich unter der Dusche ein Bein gebrochen hat, so was.

Sie ist nicht da. Ich schnappe mir mein erstes Bier, mein zweites, mein drittes … Um 1 Uhr nachts erscheint sie dann. Alleine. Und erzählt mir, daß sie sich verliebt hat dun mit Olaf zusammen sein will. Absoluter Albtraum, total kraß. Sie kennt Olaf zu diesem Zeitpunkt 17 Tage, hat drei Abende mit ihm verbracht und ist ein paarmal mit ihm Joggen gegangen und will nun unsere Beziehung verlassen, um mit dem zusammen zu sein?!? Unfaßbar, total unfaßbar! Sie hat kaum Zweifel, zumindest eine sehr klare Tendenz, obwohl sie selbst weiß, wie absurd und irrational das ist. Bevor ich gehe, vereinbaren wir, daß sie eigentlich eine Kontaktsperre von einer Woche zu mir und zu Olaf braucht, um einen klaren Kopf zu bekommen. Ich weiß aber da schon, daß sie das nicht einhalten wird.

In den nächsten Tagen schreibe ich ihr jeden Tag eine Mail. Tenor: sie wird manipuliert, nimmt Drogen, ist von bösen Dämonen besessen, handelt sich selbst und mir gegenüber völlig verantwortungslos und sie soll endlich zur Vernunft kommen. Keine Antwort, aber die hatte ich auch gar nicht erwartet oder gewünscht.

Über Umwege erfahre ich, daß die das Wochenende miteinander verbracht haben.

Am Dienstag bekomme ich einen Anruf von ihr, sie wolle mit mir spazieren gehen. Auf diesem Spaziergang sagt sie mir dann sehr klar und eindeutig, daß sie mich verläßt und mit Olaf zusammen sein will. Endgültige Trennung also.

Ihre Gründe:

1. Der ist so wie Du, nur besser.
Anders ausgedrückt, die Eigenschaften, die sie an mir schätzt hat der auch, aber stärker ausgeprägt oder ohne die Probleme, die auch damit verbunden sind (z.B., wenn man ein halbwegs nachdenklicher Mensch ist).

2. Es gibt so viele Gemeinsamkeiten zwischen den beiden.
Klingt auch überzeugend, was sie da an Beispielen nennt. Und tatsächlich gibt es zwischen Susi und mir auch eine Reihe von Punkten, in den wir nicht gut harmonieren: sie steht um 6.00 Uhr auf, ich bin Nachtmensch, sie hat einen Ordnungszwang, ich bin nahe am Messi; solche Dinge halt.

3. Ausschlaggebend: „diese totale Vertrautheit“
Susi spricht davon, daß die sich fühlen würden, wie ein altes Ehepaar und nicht wie frisch Verliebte. Sie hätte auch gar keine Schmetterlinge im Bauch, es sei vielmehr so, als würden die sich schon ewig kennen. Das, was man normalerweise erst im Laufe einer Beziehung aufbaut, daß man dem anderen ins Gesicht blickt und weiß was der denkt, daß man sich eigentlich ohne Worte unterhalten kann, sei bei denen schon am 2. Tag so gewesen. Sie sagt, es wäre dieses magische Gefühl, genau zu wissen, das Richtige zu tun, als wären genau diese beiden Menschen füreinander gemacht. Olaf hätte in dem Augenblick als sie den Raum betrat gewußt, „das ist die Frau meines Lebens“ (im zarten Alter von 48). Susi erzählt davon, daß sie bei der Massage gefragt worden sei, was denn mit ihr los sei, alle Verspannungen seien weg. Klingt insgesamt wie einer dieser one-in-a-millionFälle, wo es so etwas Magisches vielleicht wirklich gibt. Sie wirkt dabei auch gar nicht verwirrt oder unsicher, sondern sehr überzeugt und sicher – wohlgemerkt von Mittwoch auf Dienstag. Dabei ist Susi zwar durchaus emotional, aber auch jemand, der sehr, sehr rational denken kann.

Soll bis hierhin erstmal reichen, sonst wird das wohl zu lang. Demnächst schreibe ich mal auf, was das mit meiner Lebenskrise und Abhängigkeit zu tun hat und warum ich so verletzt bin.

Vielleicht hat aber trotzdem jemand eien Meinung dazu, ob es so ein Phänomen, wie die oben beschrieben „totale Vertrautheit“ wirklich gibt. Ich meine, nicht die übliche Feld-Wald-und-Wiesen-Liebe, die wir wohl alle kennen, tief und fest und schön, sondern das, was Susi da anscheinend empfindet.

Und vielleicht könnte mir jemand bestätigen, daß das wirklich eine sehr, sehr krasse Geschichte ist.

Viele Grüße
Moghul

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Re: Lebenskrise, gefährliche Abhängigkeit und ein krasses Ende

Beitrag  Gast am Mo Jun 29, 2009 8:26 am

Ganz ehrlich, ganz böse, ganz hart:

Ich glaub deiner Ex kein Wort! Nicht ein einziges!

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Re: Lebenskrise, gefährliche Abhängigkeit und ein krasses Ende

Beitrag  daytrader am Mo Jun 29, 2009 10:35 am

Tut mir erstmal leid was dir passiert ist. Ich kann aber mitfühlen, meine hat mich auch nach 8,5 Jahren verlassen.

Wenn ich das schon wieder lese......die arme hat nach 8 Jahren keine Schmetterlingem ehr im Bauch. Die Beziehung bei der man nach 8 Jahren noch heftig Schmetterlinge im Baucvh hat soll mir mal einer zeigen. Auc hmit dem neuen wird sie nach 8 Jahren keine Schmetterlinge mehr im Bauch haben.

Das mit den 17 Tagen kann ich nicht glauben. Ich glaube nicht, daß jemand eine 8 jährige stabile Beziehung für jemanden verläßt, den sie erst 17 Tage kennt. Entweder sie hat eure Beziehung nicht so stabil gesehen wie du sie gesehen hast und sie hat sich schon länger innerlich verabschiedet und nur die Gelegenheit genutzt oder sie kennt ihn länger.

Meine hat zu mir als dann sie irgendwann nach der Trennung als sie ihren neuen hatte, erzählt, daß sie nun 14 Tage mit ihm zusammen ist. Knutschbilder kusierten aber schon im Netz, als wir noch zusammen waren......also glatt gelogen. Sie wollte sich nur sauber aus der Affäre retten und nicht als Fremdgängerin dastehen.

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Re: Lebenskrise, gefährliche Abhängigkeit und ein krasses Ende

Beitrag  Moghul am Mo Jun 29, 2009 1:58 pm

Wenn ich das schon wieder lese......die arme hat nach 8 Jahren keine Schmetterlingem ehr im Bauch. Die Beziehung bei der man nach 8 Jahren noch heftig Schmetterlinge im Baucvh hat soll mir mal einer zeigen. Auc hmit dem neuen wird sie nach 8 Jahren keine Schmetterlinge mehr im Bauch habe

Zum Verständnis: das mit den Schmetterlingen meinte sie in bezug auf ihre neue Beziehung. Normalerweise schwebt man da ja auf Wolke sieben, hat Schmetterlinge im Bauch, sieht alles rosarot. Udn all das spürt sie in der neuen Partnerschaft nicht (dann könnte man das ja als Affäre interpretieren, udn müßte sich überlegen, wie man sich dazu verhält), sondern eben dieses unerklärliche Gefühl "gottgelenkt" füreinander gemacht zu sein.

Das mit den 17 Tagen kann ich nicht glauben. Ich glaube nicht, daß jemand eine 8 jährige stabile Beziehung für jemanden verläßt, den sie erst 17 Tage kennt. Entweder sie hat eure Beziehung nicht so stabil gesehen wie du sie gesehen hast und sie hat sich schon länger innerlich verabschiedet und nur die Gelegenheit genutzt oder sie kennt ihn länger.

Länger kennen glaube ich nicht. Dazu kenne ich sie zu gut udn kann da auch kleine Zeichen deuten, erst recht im nachhinein. Aber da gab es vorher nichts. Plausibler ist da Dein erster Erklärungsansatz, aber dazu schreibe ich heute nacht mehr, im zweiten Teil meiner Geschichte. Fürs erste irritiert mich dieses gottgegebene füreinander Bestimmt sein, wo ich mich frage, ob es das wirklich gibt.

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Re: Lebenskrise, gefährliche Abhängigkeit und ein krasses Ende

Beitrag  Gast am Mo Jun 29, 2009 9:22 pm

oh Mann, ist schon ein Hammer...aber wie daytrader schon sagt: "Entweder das geht doch schon laenger zwischen denen, oder sie hat zumindest schon laenger mit eurer Beziehung abgeschlossen, oder sich nach "mehr" gesehnt. Bist du sicher, dass der mehr zu bieten hat als du? Ich glaub ja eher, dass sie oder du dir da was einredest um das zu rechtfertigen.

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Re: Lebenskrise, gefährliche Abhängigkeit und ein krasses Ende

Beitrag  Moghul am Di Jun 30, 2009 4:30 am

Von dem filmreifen, völlig unerwarteten Ende habe ich gestern berichtet. Nun, die dahinter liegende Entwicklung und was das alles mit Lebenskrise und Abhängigkeit zu tun hat.

Ich bin wohl ein extremes Beispiel für den Weg vom Alpha zum Beta.

Kennengelernt haben wir uns an der Uni. Wir arbeiteten beide als Assis, am gleichen Fachbereich, aber nicht am gleichen Lehrstuhl. Die meisten werden es wissen, als Assi ist man an der Uni – übertrieben ausgedrückt – ein bißchen so etwas wie ein Pop-Star. Und ich arbeitete am renommiertesten Lehrstuhl des Fachbereichs, was den Status zusätzlich aufwertete. Und unter den Assis meines Lehrstuhls war ich so ein bißchen der Bandenchef. Ich fühlte mich wohl in meiner Haut, war charmant, humorvoll, tiefgründig, fachlich gut, stark. Ich hatte in dieser Zeit ein kurzes Techtelmechtel mit einer etwas selbstwertschwachen Frau, die (zu meiner Erleichterung) unsere dreitägige Affäre beendete, weil sie die Stärke meiner Persönlichkeit nicht aushielt. Ich war also ein Alpha. Aber kein unreflektierter Per-Se-Alpha, sondern durchaus reflektiert, mit Selbstzweifeln und der Fähigkeit auch schwach zu sein. Fand ich gut.

Am ersten Abend mit Susi machte sie mir gleich zwei eindeutige Angebote zum Sex. Ohne es gezielt darauf anzulegen, habe ich sie an diesem Abend extrem verunsichert und fasziniert. Irre, sie hat in dieser Nacht ein Heftchen angelegt, in dem sie mir Briefe geschrieben hat mit irgendwelchen aberwitzigen Vorstellungen, die sie da schon hatte – obwohl das für mich nur ein Abend völlig ohne Hintergedanken war. Erinnert ein wenig an die Geschichte, die gerade zwischen Susi und Olaf läuft.

Ich habe mir damals viel Zeit genommen, mich zu verlieben. Und ich blieb auch mit Susi eine starke und autonome Persönlichkeit.
Wir hatten zwei bombastisch schöne Jahre.

Dann begann die Zeit, als wir unsere Dokorarbeiten schreiben mußten. Eigentlich ist es vorgesehen, dies über die gesamte Assizeit zu verteilen, aber das läßt die Realität in der deutschen Hochschullandschaft nicht zu. Jede/r, der/die hier schon mal ein Seminar schreiben mußte oder sich an seine Diplomarbeitszeit erinnert, weiß, was das für ein Streß ist. Eine Diss(ertation) ist da noch um einige Zehnerpotenzen schwieriger. Das Projekt riesig, die Komplexität nicht zu handhaben, der Druck enorm.

Susi, die hochbegabt und voller Energie ist, kriegt die Sache nicht richtig hin und verzweifelt daran. Ich gebe ihr die persönliche Unterstützung, die man geben kann, wenn man gerade in der selben Tinte sitzt (also nicht sehr viel), aber ich blockiere sie auch nicht. Am Ende kriegt sie ihre Diss gewuppt, wobei man sagen muß, daß sie das ohne meine fachliche Unterstützung niemals geschafft hätte.

Bei mir läuft es leider nicht so glatt. Obwohl ich eigentlich viel Talent und Spaß am wissenschaftlichen Arbeiten habe, erdrückt mich dieses Projekt. Vielleicht habe ich auch zu hohe Ansprüche an mich selbst. Mein Vertrag läuft aus, ich entscheide mich für die Arbeitslosigkeit, um das Ding in Ruhe fertig zu kriegen, der Druck steigt weiter an. Und Susi? Statt mir die Stütze zu sein, die man in so einer Krise braucht, erhöht sie den Druck noch weiter, spinnt Zukunftspläne, mit denen ich mich da grad gar nicht beschäftigen möchte, nörgelt ständig an mir rum. Die Beziehung ist durch einen äußeren Druck belastet, aber trotzdem ist sie (denke ich jedenfalls) stabil und von Liebe getragen.

Susi kriegt schließlich ein gigantoplastisch gutes Jobangebot in einer anderen Region. Weil eh klar ist, daß Susi von da erstmal nicht wieder wegzubekommen ist, wir auf Fernbeziehung keinen Bock haben und Susi sowieso die bessere Karriere macht (womit ich kein Problem habe) ziehe ich mit.

Wir haben vorher nicht zusammen gewohnt, jetzt schon. Das erste mal werden Alltagsprobleme ein Thema. Und nach wie vor und immer mehr meine Situation. Ich habe mein Leben nicht im Griff, komme deshalb nicht recht vorwärts, habe inzwischen arge finanzielle Probleme, bin sozial relativ isoliert, weil ich keine Leute kennenlerne (sitze ja auch den ganzen Tag am Schreibtisch). Anders ausgedrückt: inzwischen bin ich völlig betaisiert.

Währenddessen macht Susi – Typ Hans Dampf in allen Gassen – steile Karriere. Wir wohnen in einer Region, in der man einem gescheiten Netzwerk ziemlich schnell ziemlich weit kommen kann. Susi ist eine brillante Netzwerkerin – also verkehren wir schnell in den höheren Kreisen (woran Susi viel Spaß hat, mich ekelt das ganze Getue eher an).

Wenn man das liest, muß man denken, daß unsere Beziehung ein einziges Drama gewesen sein muß. War sie keineswegs! Von den Belastungen abgesehen, hatten wir eine gute Zeit. Viel gemeinsames Lachen, Romantik, heiße Liebesschwüre, gemeinsame Erlebnisse, geiler Sex, tiefe Verbundenheit, Vertrautheit.

Trotzdem, vor zwei Jahren kracht es. In einer eigentlich sehr guten Phase sprechen wir darüber zu heiraten, kommen allerdings nicht überein, was das bedeuten soll. Für mich ist eine formale Heirat nur aus steuerlichen Gründen akzeptabel. Ansonsten finde ich, daß eine Ehe nur einen juristischen Wächter vor die Beziehung setzt, die dann zum Gefängnis wird. Da schwingt für mich immer mit, daß man ein juristisches Druckmittel an die hand bekommt, für den Fall, daß der Partner die Beziehung verlassen will, also Unromantik pur. Mein Argument ist, daß ich unsere Beziehung auch ohne äußere Bestätigung als megaverbindlich sehe. Susi bezeichnet das als „kitschig“ und „sozialromantisch“. Na ja, ein Wort gibt das andere, gegenseitige Verletzungen. Am Ende trennen wir uns, ich ziehe aus.

Allerdings fahren wir auf mein Betreiben auch noch einmal ein Wochenende gemeinsam weg und diskutieren da unendlich viel. Das löst viele Knoten, die bis dahin immer unter der Decke steckten, wir können viele Konflikte aufarbeiten, z.B. gemeinsame Zukunftsvorstellungen, die Kinderfrage und etliches mehr. Am Ende bin ich mir sicher, daß diese Beziehung längst nicht zuende ist, sondern noch ganz viel Potential hat.

Die räumliche Trennung tut der Sache sehr gut. Beide haben Zeit und Freiheit nachzudenken und den anderen zu vermissen. Dazu kommt, daß Susi mir einen freiberuflichen Job vermittelt, der mir zunächst viel Spaß macht und vor allem, mich das erste mal seit ca. drei Jahren in die Lage versetzt, meinen Lebensunterhalt selbst zu bestreiten, wenn auch nicht komfortabel. Die Diss liegt währenddessen weiter auf Eis.

Nachdem ich hier den Ratgeber und viele Einträge gelesen habe, weiß ich, daß ich mich damals instinktiv einigermaßen richtig verhalten habe. Ich habe sie weitgehend in Ruhe gelassen, allerdings dezent gebaggert, wenn sich die Gelegenheit ergab. Nach drei Monaten Trennung landen wir das erste mal wieder in der Kiste. Am anfang lassen wir es locker angehen, aber weitere drei Monate sind wir wieder ein ganz normales Paar, das halt nur nicht zusammen wohnt.

Relativ rasch heiraten wir dann doch noch. Ging von ihr aus und hatte tatsächlich nur das Motiv, den steuerlichen Vorteil auszunutzen. War auch eine lustige Veranstaltung. Nur wir zwei, niemand weiß bescheid, anschließend Kafee trinken, einkaufen, dann noch essen gehen, fertig.

Weiterhin belastend bleibt zwar meine persönliche Situation, zumal ich meinen Job wieder verliere (aus Gründen, die nichts mit mir zu tun haben) und jetzt nur noch sehr sporadisch bei einem anderen Unternehmen Auftragsprojekte machen kann und deshalb auf ihre Unterstützung angewiesen bin. Aber wir haben viel bessere Wege gefunden, damit umzugehen. In bezug auf ganz viele potentielle Konflikte haben wir gegenseitig viel mehr Toleranz entwickelt und ich bilde mir ein, daß wirklich alles besser läuft. Wir wünschen uns Kinder, was leider (bzw. Gott sei Dank, wie sich jetzt herausstellt) ein Jahr nicht klappen will, meine Diss macht Fortschritte (ich hätte jetzt noch 4-6 Wochen gebraucht), ich habe eine gute Idee für ein eigenes (gemeinsames Unternehmen), an dem wir viel rumplanen und auch schon investieren, sie sagt mir ungefähr fünf mal, ich solle wieder einziehen, wir reden darüber im Spätsommer so eine Art inoffizielle Hochzeitsparty zu schmeißen. Alles sieht sehr positiv aus und ich dachte wirklich wir hätten unsere Krise vor zwei Jahren produktiv genutzt, um unsere Beziehung auf gesündere Beine zu stellen. Bis vor zwei Wochen halt.

Ich glaube heute, daß Susis Sicht auf unsere Beziehung vorwiegend funktional war. Die hat sehr klare Vorstellungen von ihrem Leben und was sie machen will und geht das mit äußerster (und bewundernswerter) Zielstrebigkeit an. An den Partner stellt sie dann vor allem die Anforderung, in diesen Rahmen gut hineinzupassen. Ich glaube, die ist mit sehr viel offeneren Augen durch die Welt gegangen, als ich je gedacht hätte und in dem Augenblick, wo da einer um die Ecke kommt, der sie einigermaßen fasziniert hat, hat sie auch sofort gecheckt, ob der ein eigenes Einkommen hat, in der Gesellschaft vorzeigbar ist, ähnliche Vorstellungen von Wohnen hat usw.

Ich glaube schon, daß sie mich geliebt hat und angeblich tut sie das immer noch. Aber das scheint wohl eher ein sehr oberflächliches Gefühl zu sein. War bei mir nicht so.

Unabhängig davon, ob Olaf jetzt wirklich der perfekte Partner für sie ist oder nicht, fühle ich mich zutiefst verletzt, wie eiskalt die mich abserviert hat. Sie hat das mit so wenig Stil getan. Unser abschließendes Trennungsgespräch fand erst statt, nachdem eine Freundin sie dazu gedrängt hatte, mich auch endlich zu informieren. Dann war das zwischen zwei Termine eingequetscht, also mit Zeitlimit, wobei der Anschlußtermin vollkommen unwichtig war (und der Hund mußte sowieso mal raus). Sie hat die Trennung erst dem Vorstand eines Vereins, dem sie angehört und unserem Rechtsanwalt (totale Wurst) mitgeteilt und dann erst mir und noch so einiges mehr. Mit jemandem, den man liebt, also wirklich liebt, und sei es auch vergangen, geht man doch nicht so um, oder?

Komisch, obwohl ich das mit zwei Wochen Abstand sehr nüchtern sehe, kann ich trotzdem nicht die Vorstellung abschütteln, das sich das alles irgendwie auflöst, daß sich alles irgendwie wieder einrenkt. Loslassen ist halt ein zähes Geschäft.

Auf Kommentare bin ich gespannt (auch wenn es arg lang geworden ist)

Viele Grüße
Moghul


Zuletzt von Moghul am Sa Jul 24, 2010 5:27 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet

Moghul

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Re: Lebenskrise, gefährliche Abhängigkeit und ein krasses Ende

Beitrag  Gast am Di Jun 30, 2009 11:51 am

ja, es ist tatsaechlich unheimlich lang. Deswegen auch eine recht kurze Antwort.

So wie du schreibst, waren die Rollen ziemlich klar verteilt. Sie die Karrierefrau, du der, der dahintersteht und nicht rankommt. Und das ist der Punkt wo du jetzt unbedingt ran solltest. Sobald du genug getrauert und Kraft getankt hast, solltest du dich in die Arbeit stuerzen und an deiner eigenen Karriere feilen. Klar, ist es nicht immer alles einfach, aber wenn du da klare Ziele hast, kaempfst und dranbleibst, wirst du das schon schaffen

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Re: Lebenskrise, gefährliche Abhängigkeit und ein krasses Ende

Beitrag  Moghul am Di Jun 30, 2009 8:29 pm

Klar, ist sie die Karrierefrau und ich bin nicht hinterher gekommen. Das war aber von anfang an klar udn für mich überhaupt kein Problem, ich bin da ziemlich emanzipiert. An Susi heranzukommen, schafft niemand, die ist viel zu schnell, intelligent und patent (einer der vielen Gründe, wofür ich sie so geschätzt habe). Ich habe auf diesem Feld nie mit der konkurriert, zumal es in anderen beereichen dann Felder gab, in denen ich besser war, das hat dann immer eien gewisse Balance geschaffen, die für Beziehungen wichtig ist, vermute ich.
Das Problem war eher, daß ich ab irgendwann überhaupt nichts mehr auf die Reihe gekriegt habe udn so meilenweit hinter meinem Potential und meinen Ansprüchen zurückgeblieben bin.

Scheiße, Susi hat heute 3 x versucht mich zu erreichen, ich bin aber nicht ans Telephon gegangen. Fühle mich noch nicht stark genug ihr souverän entgegen zu treten.

Jetzt zermartere ich mir natürlich das Hirn, was sie wollen mag. Kann irgendetwas banales Organisatorisches sein, dann könnte sie aber auch eine Mail schreiben. Irgendetwas schlimmes passiert? Jemand gestorben? Doch nochmal Aussprache? Im schlimmsten Fall werde ich Vater, das wär zur Zeit echt kacke.

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Re: Lebenskrise, gefährliche Abhängigkeit und ein krasses Ende

Beitrag  Gast am Di Jun 30, 2009 9:47 pm

Moghul schrieb: Samstag und Sonntag haben wir ungeschützten Geschlechtsverkehr, wir wünschen uns Kinder.


Moghul schrieb: Im schlimmsten Fall werde ich Vater, das wär zur Zeit echt kacke.

Ganz so schnell würd sie das auch nicht wissen. Außerdem würde ich, boshaft wie ich nunmal bin, in dem Fall auf einem Vaterschafts-Test bestehen.

Ansonsten, wenns was Wichtiges war, wird sie sich wieder melden, also alles kein Grund zur Panik.


Zuletzt von koc am Mi Jul 01, 2009 10:31 am bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet (Grund : Pisa lässt grüßen)

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Re: Lebenskrise, gefährliche Abhängigkeit und ein krasses Ende

Beitrag  Moghul am Di Jun 30, 2009 11:48 pm

[quote]Ganz so schnell würd sie das auch nicht wissen. Außerdem würde ich, boshaft wie ich ninmal bin, in dem Fall auf einem Vaterschafts-Test bestehen.[quote]

Doch, das wär jetzt ungefähr die Zeit, wo man das wissen könnte. Dei Geschichte liegt ja schon gut zweieinhalb Wochen zurück. Vaterschaftstest wär eh klar. Zur Zeit würde ich aber wohl auf Abtreibung bestehen, obwohl ich damit keineswegs leichtfertig umgehe. Aber das ein anderer dann automatisch die Vaterrolle für mein Kind übernehmen würde, wär für mich unerträglich. Aber das ist zur Zeit wohl alles höchst spekulativ.

[quote]Ansonsten, wenns was Wichtiges war, wird sie sich wieder melden, als alles kein Grund zur Panik.

Genau dafür habe ich zur Zeit aber noch keine Strategie und es fehlt mir da noch an Souveränität. Ich bin noch nicht in der Lage, ihr vorzuspeilen, wie gut es mir geht, weil das einfach nicht so ist. Das Drama fing ja vor knapp 3 Wochen an, das endgültige Trennungsgespräch war dann heute vor 2 Wochen. wär also auch etwas viel verlangt, da jetzt schon ein eigenes, neues Leben angefangen zu haben.

Und, ich leide an der gleichen Krankheit wie alle hier, die Hoffnung aufzugeben gelingt mir halt noch nicht vollends. Andererseits fühle ich mich durch diese Nebenbei-Trennung udn ihre Argumente so verletzt, es ist für mich ein so klares Zeichen, daß es ab "irgendwann" nicht mehr um mich als Person, sondern um mich als Beziehungspartner udn damit um den Beziehungsnutzen (den man dann eben bei einem "besseren Angebot" relativ leicht austauschen kann) gegangen ist. Genau das müßte ich ihr aber sagen, falls wir uns noch einmal sprechen udn würde damit jede Chance auf einen Neubeginn zunichte machen. Rational gesehen, das genau Richtige, emotional bin ich dazu noch nicht in der Lage.

Mit einem Kontakt hatte ich eigentlich erst nächste woche gerechnet, weil ich da Geburtstag habe. Da wäre ich mit einer unverbindlichen Mail auch gut zurecht gekommen.

Verdammt, wie funktioniert das mit dem Zitieren?

Gruß
Moghul

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Re: Lebenskrise, gefährliche Abhängigkeit und ein krasses Ende

Beitrag  Gast am Mi Jul 01, 2009 10:54 am

Das Einfache zuerst:

Klick zuerst das Feld "Zitat" in der Formatierungsleiste, dann den Text, und dann noch mal "Zitat"

Sollte dann so aussehen

Jetzt zum schwierigen Teil:

Hast Du meinen Ratgeber schon gelesen und wenn ja, wie weit schon umgesetzt?

Wie ich schon in meiner ersten Antwort geschrieben habe, glaube ich Deiner Ex kein Wort von ihrem Gesabbel. Nicht einmal eine Frau ist soo blöd, eine 8-jährige Beziehung für einen anderen aufzugeben, den sie erst zwei Wochen kennt.

So böse und hart es jetzt klingen mag, imho lief da schon viel eher was mit diesem Olaf.
Da Du mit ihr ungeschützten Verkehr hattest, gibt mir die dunkle Seite der Macht vor, nicht nur einen Vaterschaftstest machen zu lassen, sollte der Fall einer Schwangerschaft eintreten, sondern Dich auf alle Fälle mal auf sonstige Krankheiten aller Art durchtesten zu lassen.

So lange Du nicht emotional stabil genug bist für Kontakt, nimm keinen Kontakt mit ihr auf. Unvermeidliche Kontakte musst Du so kurz wie möglich halten ohne unhöflich zu wirken und nach max. 5 Minuten wirst DU dann das Gespräch/Telefonat/wasauchimmer beenden " Sorry, ich muß weg..:"

Und Du wirst auf keinen Fall auch nur irgendwas für sie erledigen! Egal was sie will, das ist nicht mehr Deine Aufgabe!

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Re: Lebenskrise, gefährliche Abhängigkeit und ein krasses Ende

Beitrag  Moghul am Mi Jul 01, 2009 3:05 pm

Hast Du meinen Ratgeber schon gelesen und wenn ja, wie weit schon umgesetzt?

Ja Koc, ich habe Deinen udn so ziemlich alle anderen Ratgeber gelesen, die so im Netz verfügbar sind. Sidn ja auch wirklich sehr gut und hilfreich.

Was habe ich umgesetzt? Na ja, eigentlich schon eine ganze Menge, den wichtigsten Punkt allerdings noch nicht.

Ich habe sehr gründlich unsere Beziehung analysiert udn was da schief gelaufen ist. Die Schlußfolgerung ist, daß unsere Beziehung eben nicht so stabil war, wie ich mir das eingebildet habe. Ich dachte, wir hätten nach unserer ersten Trennung vor zwei Jahren unsere Probleme weitgehend gelöst. Die Wahrheit ist, daß Susi diese ökonomische udn soziale Abhängigkeitsbeziehung viel stärker gestört hat, als mir udn wohl auch ihr bewußt war. Ich war zwar auf einem guten Weg und es taten sich gerade eine Menge Perspektiven auf, aber letztendlich war das eben nicht komplett unbelastet.

Ich habe eingesehen, daß Susi nicht wirklich mich als Person geliebt hat, das eher unstabil und oberflächlich. Sondern, daß es ihr in erster Linie darauf ankam, einen Partner an der Seite zu haben, mit dem sie ihre Lebensvorstellungen umsetzen kann, also jemanden zum Kinder kriegen, Vorzeigen in der "besseren" Gesellschaft, genußvollen Leben. Udn das ging mit mir eben nur eingeschränkt. In dem Augenblick, wo da einer um die Ecke kam, der das besser udn aus eigener Kraft erfüllen konnte - udn der dann eben auch alphamäßig faszinierend ist - hat sie mich schlicht ausgetauscht.

Ich habe daraufhin eingesehen, daß auch ich sie EIGENTLICH nicht zurück haben will. Wie oben schonmal geschrieben, ist ein gutes Stück meines Hirns und Bauchs schon so weit, mit dieser Person nichts mehr zu tun haben zu wollen. Ist doch nicht schlecht für zwei Wochen, oder?

Allerdings gelingt mir das Loslassen eben noch nicht so gut, so schnell kann ich mich emotional nicht von ihr entfernen. Dazu kommt, daß damit (siehe Lebenskrise udn Abhängigkeitsbeziehung) ja jetzt auch die Aufgabe verbunden ist, mich von einem vollständigen Lebensplan zu verabschieden. Und, ich stehe unter argem finanziellen Druck udn kenne hier in dieser Stadt fast niemanden. Also keien guten Ausgangsbedingungen für einen Neustart.

Ich habe darüber hinaus zwar noch keine vollständige KS eingeführt, schreibe ihr aber wenigstens nicht mehr jeden Tag vorwurfsvolle E-Mails. Ein paar organisatorische Dinge mußten udn müssen aber trotzdem erledigt werden (Scheidung organisieren, Steuerkarten ändern etc.).

Ich treibe sehr viel Sport udn habe in den drei Wochen seither etwa 12 Kilo abgenommen, was meinem Selbstwert gut tut.

Also, alles in allem schon eine Menge erledigt. Wichtige Punkte, wie unabhängiges Leben aufbauen. Selbstvertrauen aufbauen, Leute kennenlernen, Frame aufbauen, Re-alphaisieren kriege ich aber noch längst nicht hin.

Wie ich schon in meiner ersten Antwort geschrieben habe, glaube ich Deiner Ex kein Wort von ihrem Gesabbel. Nicht einmal eine Frau ist soo blöd, eine 8-jährige Beziehung für einen anderen aufzugeben, den sie erst zwei Wochen kennt.

So böse und hart es jetzt klingen mag, imho lief da schon viel eher was mit diesem Olaf.

Wie soll ich das mit Bestimmtheit ausschließen? Aber es ist äußerst unwahrscheinlich. Ich kenne das Datum, wann die sich kennengelernt haben und kann im nachhinein sehr gut die Verhaltensänderungen bei ihr nachzeichnen, die eben genau in diese Zeit fallen. Diese klitzekleinen Dinge, die man nicht bemerkt bzw. erst hinterher zuordnen kann. Das paßt genau.

Die Anrufe gestern haben sich aufgeklärt. Sie hat mir nun eine Mail geschrieben, es geht um organisatorischen Kram, aber auch um eine persönliche Bemerkung. Weiter stehe ich vor der Entscheidung, ob ich in meiner Antwort signalisiere, daß die Beziehung jetzt auch aus meiner Sicht beendet ist (was ich nur in Verbindung mit den Vorwürfen machen kann, die ich oben aufgelistet habe), was dann aber eigentlich jeden Rückweg verbaut. Oder soll ich das lassen udn mich weiter einer irrationalen udn ungesunden Hoffnung hingeben?

Moghul

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Re: Lebenskrise, gefährliche Abhängigkeit und ein krasses Ende

Beitrag  Gast am Mi Jul 01, 2009 4:15 pm

hm...ich denke, du musst ihr das nicht unbedingt sagen, dass du auch fuer dich die Trennung jetzt "akzeptierst" oder "vollziehst". Es reicht, wenn sie es an deinem Verhalten bemerkt. Distanziert, aber freundlich

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Re: Lebenskrise, gefährliche Abhängigkeit und ein krasses Ende

Beitrag  Moghul am Mi Jul 01, 2009 5:05 pm

hm...ich denke, du musst ihr das nicht unbedingt sagen, dass du auch fuer dich die Trennung jetzt "akzeptierst" oder "vollziehst". Es reicht, wenn sie es an deinem Verhalten bemerkt. Distanziert, aber freundlich

Leichter gesagt, als getan.

Ich habe mir auch Deine Geschichte durchgelesen udn auch Du hast ja dieses starke Bedürfnis nach einer Aussprache, danach, daß Dein Ex, sich mal gescheit äußert. Udn bei mir ist es eben das Bedürfnis, ihr Vorwürfe zu machen, Dinge aufzudecken, die die selbst nicht sieht.

Da ist halt dieser ewige Zwiespalt zwischen "alle Neustartoptionen vernichten", was eigentlich vernünftig ist, weil mich das emotional entlasten würde und es sowieso nicht mehr funktionieren würde udn der Option, jetzt erstmal alles offen zu lassen. Denn bis jetzt hat - totale Vertrautheit hin oder her - niemand ihrer neuen Beziehung große Zukunftsaussichten eingeräumt. Diese ungesunde Hoffnung kriege ich bis jetzt noch nicht weggekramt.

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Re: Lebenskrise, gefährliche Abhängigkeit und ein krasses Ende

Beitrag  Gast am Mi Jul 01, 2009 5:20 pm

ach die Beduerfnisse veraendern sich ja auch. Klar, sind immer noch Fragen offen, die ich fuer mich selbst noch nicht klaeren konnte, aber der Großteil ist durch eigenes Nachdenken schon ausgeraeumt und der Rest bleibt halt da wo er ist. Egal...
Mir war's ja vor allem auch wichtig die Wohnsituation und so zu klaeren, damit die Wohnungsaufloesung ueber die Buehne gehen kann und dazu ist er schlicht und ergreifend zu feige...das arme Wuerstchen.

Ihr jetzt ihre Fehler zu zeigen bringt gar nichts. Das wird wohl gnadenlos an ihr abprallen. Was erhoffst du dir denn davon? Dass sie sagt: "Ach ja, du hast ja so recht". Wohl kaum. Dass sie darueber nachdenkt? Wird sie erstmal nicht. Viiiieeel spaeter dann vielleicht mal ja. Aber wenn es soweit ist, dann tut sie das auch ohne dass du ihr jetzt diesbezueglich was sagst.

Und wenn alle sagen, das wird nichts mit dem Neuen, ist das doch auch gut. Vertraue einfach darauf, dass es tatsaechlich so kommt und du kannst anfangen dein Leben zu leben. Ich bin mir auch absolut sicher, dass das mit meinem Ex und seiner Tussi nichts richtiges wird. Aber sowas von sicher. Es ist in meinem Kopf also nicht mehr die Frage, OB das nun das Wahre zwischen denen ist, sondern nur WIE lange noch. Und da man das nicht voraussagen kann, warte ich seelenruhig meine Zeit ab und beschaeftige mich mit mir selbst oder auch mit was anderem, was da in dieser Welt da draussen noch lebt ;-). Ja, vielleicht kommt es wirklich so, dass die jetzt ewig zusammenbleiben, aber bis du zu dieser Erkenntnis gelangst, hast du dann auch schon wieder eine Menge erlebt und es wird dann auch OK sein fuer dich.

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Re: Lebenskrise, gefährliche Abhängigkeit und ein krasses Ende

Beitrag  Moghul am Fr Jul 03, 2009 2:45 am

Kleines Update

Heute hatte ich den hoffentlich vorläufig letzten Kontakt mit Susi.

Vorgestern hatte sie ja ein paarmal angerufen, aber ich hatte nicht reagiert. Gestern bekam ich dann eine Mail von ihr. Es ging um folgendes. Ich war am Samstag mit ihrer Zustimmung (und, wie ich gewünscht hatte in ihrer Abwesenheit) noch einmal in ihrer Wohnung, um ein paar Sachen abzuholen. Tatsächlich ist da natürlich noch viel mehr Kram von mir, weil wir ja mal zusammengewohnt haben, aber in meine eigene kleine Bude kriege ich das ganze Zeug nicht rein, einen richtigen Umzug kann ich mir eh nicht leisten.

Also, ich hole noch ein paar Bücher udn etwas Kleinkram ab udn verabschiede mich von den Katzen, was ein sehr traurig-schönes Erlebnis war. Ich hab die Viecher mit der Zeit wirklich lieb gewonnen. Beim Rausgehen schaue ich nochmal auf ein paar Photos aus unserer Zeit, die in billigen Ikea-Rahmen im Eingangsbereich hängen. Da überkommt es mich udn ich haue zwei von den Rahmen ein, die mich mit kleinen Kindern aus unserem Freundeskreis zeigen. Ich weiß, widerspricht allen Ratgebern, ist vielleicht auch kein guter Stil, aber ich hatte mir wirklich sehr eine gemeinsame Zukunft mit Familie gewünscht udn war dann für einen kurzen Augenblick zu emotional.

Susis Mail war dann betont sachlich udn distanziert formuliert. Sie sei entsetzt und fühle sich in ihrer Wohnung unsicher und ich solle ihr bitte den Schlüssel zurückgeben. Den Schlüssel hatte ich ihr schon am Samstag ans Schlüsselbrett gehängt, sie hat es nur nicht gesehen. Ich verhalte mich vollkomemn korrekt, finde ich. Mich jetzt als gefährlichen Psychopathen hinzustellen, vor dem man in der eigenen Wohnung nicht sicher sein kann, ist schon hart. Ich bin wirklich der netteste und gewaltfreieste Typ, den ich so kenne udn eigentlich müßte sie das genau wissen.

Also schreibe ich zurück, erkläre, was in mir in diesem Moment vorgegangen ist udn zeige mich beleidigt, daß sie mir schlimmere Dinge zutraut. Ein paar Beziehungsfehler werfe ich ihr auch vor (ich weiß, wieder gegen alle Regeln), halte aber ansonsten das erste mal seit der Trennung vor 3 Wochen einen freundlichen udn akzeptierenden Ton ein, sage sogar, daß es schön sei, daß sie nun die perfekte Partnerschaft gefunden habe udn glücklich sei. Reaktion: eine kurze Mail in eher freundlichem Ton.

Das solls erstmal gewesen sein. Ab jetzt ist KS. Montag habe ich zwar Geburtstag udn rechne mit einer kurzen Glückwunschmail, aber das kann ich nach Lehrbuch parieren.

Scheiße, das tut immer noch so weh. Ich krieg immer noch keinen klaren Gedanken gefaßt. Wie die von jetzt auf gleich eine auf Zukunft ausgerichtete Beziehung vmit so viel Harmonie, Vertrautheit udn Liebe verlassen kann, diese extrem banalisiert udn mit meinem Vertrauen umgeht, kriege ich immer noch nicht verpackt. Da spielt sich in meinem Hirn eien Endlosschleife ab, wo ich nicht sehen kann, wann udn warum die mal stoppen sollte. In meinem Fall kommt ja noch eien starke soziale Isolation dazu, mein Schmerz wird in dieser Stadt nicht durch einen funktionierenden Freundeskreis aufgefangen.

Jobsuche gestaltet sich auch schwierig. Wenn man da erzählt, daß man kurz vor Ende der Doktorarbeit ist, traut einem niemand mehr zu, daß man sich nicht zu schade ist, gescheite Pizzas zu backen oder Hamburger zusammen zu pappen.

Weiß jemadn, wie man am besten einen Job im Ausland kriegt? Hier kriege ich das nicht gebacken, fürchte ich.

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Re: Lebenskrise, gefährliche Abhängigkeit und ein krasses Ende

Beitrag  Gast am Fr Jul 03, 2009 12:59 pm

Luxemburg? Ich hab gehoert das soll das Paradies sein da. Schoene Gruesse dann an meinen Ex!

Sorry, diesen Zynismus konnte ich mir jetzt nicht verkneifen.

Zur Erklaerung. Ex hatte letztes Jahr, nachdem seine Mutter ihren Mann verlassen und on the fly zum Neuen nach Luxemburg gezogen ist, die Idee da auch hinzugehen. Laut seiner Mutter und seinem Bruder, der mitgegangen war, ist da alles soooo toll. Kannste mit Eierschaukeln die grosse Kohle machen und musst nichtmal eine Ausbildung dafuer haben. (meint man)

Die Krise hatten wir ueberstanden, er hat sich entschieden mit mir zusammenzubleiben und da mit hinzugehen, wo es mich hinfuehrt(naja, man sieht ja, was draus geworden ist). Und jetzt scheint sein Weg ihn dann doch da hinzufuehren und er faengt wahrscheinlich am WE eine Arbeit an. Und seine Vorgeschichte ist echt nicht so, dass er grosse Auswahl haben duerfte jobtechnisch. Ich weiss leider nicht, was er da macht, aber da er sich auch immer zu schade war fuer kleines Geld richtig zu schaffen, kann es so schlecht ja nicht sein da.

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Re: Lebenskrise, gefährliche Abhängigkeit und ein krasses Ende

Beitrag  Moghul am Fr Jul 03, 2009 1:51 pm

Luxemburg? Ich hab gehoert das soll das Paradies sein da. Schoene Gruesse dann an meinen Ex!


Ich kann da die Verknüpfung zu Deiner Geschichte schon verstehen, aber Luxemburg ist sicher nicht das, was in meine neue Welt reinpaßt. Außerdem viel zu nah, an meinem gegenwärtigem Wohnort.

Nee, ich brauche irgendwas exotisches, Indien, Korea, Mexiko, Ägypten, Thailand. Irgendwas, wo man wirklich auf andere Gedanken kommt. Und ich meine das vollkommen ernst.

Ich hatte immer irgendwie den Wunsch im Ausland zu leben udn bin auch ein wenig herumgekommen, bevor meien Lebenskrise anfing. Als ich dann mit Susi zusammenkam udn sich die Dinge peu a peu so entwickelten, habe ich eben langsam einen neuen Lebensplan entwickelt, den ich mir dann schließlich auch wirklich gewünscht habe. Nun, da das jetzt wie eien Seifenblase geplatzt ist, muß ich halt erstens schauen, wie ich mit der Enttäuschung zurecht komme (udn das fällt mir gigantoplastisch schwer) udn was ich zweitens jetzt mit meinem Leben anfangen kann udn will. "Normale" Arbeit in Deutschland scheidet da wohl aus, da habe ich mit knapp 40 ohnehin keien Chance mehr, wo ich in den letzten 5-6 Jahren nicht mehr gescheit gearbeitet habe. Aber Ausland wäre nochmal die Chance für einen Neubeginn. Ich hab auch keien großen Ansprüche, muß mich halt nur ernähren können, da ist für mich von Entwicklungshilfe bis Kellnern in ner Strandbar in Watusiland fast alles denkbar. Ich weiß nur noch nicht genau wie ich das anstellen soll.

Shit, ich bin wohl gerade in einer Flashback-Phase. Habe entsetzlich geträumt.

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Re: Lebenskrise, gefährliche Abhängigkeit und ein krasses Ende

Beitrag  Gast am Fr Jul 03, 2009 2:18 pm

ich merk schon, heute ist der grosse Tag der Flashbacks. Bist nicht der einzige.

Ja, sorry, war auch nicht erst gemeint mein Satz. Nur so ein "Grrrr...zieht doch alle hin wo ihr wollt, wenn's euch gluecklich macht*abbock*" *lach* nee, ich denke, du verstehst schon.

Ich waer fuer Thailand...nimmste mich mit? Ach nee, stimmt ja, ich wollt ja lieber wieder mehr Richtung Familie als noch tausende Kilometer weiter weg. Schade. Aber Urlaubstechnisch schon schick.

Wenn du immer schon den Gedanken hattest ins Ausland zu gehen, dann mach das doch. Spricht ja nichts dagegen und der Zeitpunkt waer vielleicht sogar guenstig.

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Re: Lebenskrise, gefährliche Abhängigkeit und ein krasses Ende

Beitrag  Moghul am Do Jul 09, 2009 11:11 pm

Verfluchte Scheiße, Scheiden tut wirklich weh.

Heute ist der Tag, an dem wir genau 8 Jahre zusammen gewesen wären. Ich kann quasi halbstündlich aufzählen, was heute vor 8 Jahren passiert ist. War damals so wunderschön und tut jetzt so unsäglich weh.

Weh tut auch nach wie vor, die äußerste Konsequenz und Respektlosigkeit, die sie da auslebt. Montag hatte ich Geburtstag und es war seit Wochen geplant, daß wir zusammen auf eine sehr große, offizielle Veranstaltung gehen. Das wär dann sozusagen meine Geburtstagsparty gewesen. Sie hat nichtmal den Anstand gehabt, wenigstens an diesem Tag alleien da hinzugehen, sondern die Chance genutzt bei der Gelegenheit Olaf dann allen vorzustellen, die ihn bis dahin nicht kannten. Okay, natürlich ist es richtig zu sagen, daß sie mit uns jetzt eben abgeschlossen hat udn ihr Leben lebt. Aber ein Zeichen von Respekt für unsere Beziehung wäre es dann eben doch gewesen, das wenigstens an diesem Tag zu unterlassen. War schließlich keien Teenager-Liebe und ist grad mal vier Wochen vorbei.

Dienstag kam dann doch noch eine dreizeilige Glückwunsch-Mail, mit dem Abschluß "Es tut mir alles sehr leid".

Entgegen aller Ratschläge und Ratgeber habe ich dann die Gelegenheit genutzt udn ihr in meiner Antwortmail das erste mal ihre Fehler in dieser Trennung aufgelistet. Vorwürfe, nichts als Vorwürfe! Aber eben berechtigt. Ich weiß selbst, daß das kontraproduktiv ist, wenn man EIGENTLICH immer noch davon träumt, daß das noch einmal etwas wird. Aber rational weiß ich, daß die Chance dafür bei ungefähr 1% liegt, also kann ich meiner Wut auch Ausdruck verleihen udn sie mit ihren Fehlern konfrontieren. Dieses "es tut mir leid" ist ohnehin nur ein Instrument den Blick in den Spiegel besser auszuhalten - udn das gönne ich ihr nicht, da muß sie sich halt was anderes suchen.

Außerdem sehe ich die Vorwürfe udn den Groll auszusprechen inzwischen auch als den einzigen Weg, die Sache zu beenden. Jetzt liegen die Karten auf dem Tisch. Und das ist die Voraussetzung, daß sie sich damit auseinandersetzt. Wohl nicht heute udn nicht morgen, aber irgendwann vielleicht mal. Und diese Auseinandersetzung udn Klärung wiederum ist für mich die Voraussetzung für einen Neustart, so gering die Wahrscheinlichkeit auch ist. Sonst bliebe das immer im Raum und wir würden uns nur in die Tasche lügen.

Jetzt gibt es erstmal keinen weiteren Anlaß für einen weiteren Kontakt, so weit ich das sehe (es sei denn sie antwortet auf meine Mail, was ich aber nicht glaube). Und von meiner Seite soll es das dann auch erstmal gewesen sein, zumindest was alles Nicht-Organisatorische angeht.

Shit, um diese Zeit vor genau 8 Jahren hatten wir uns nach dem Sport etwas zu essen gemacht und uns gerade vor die Glotze gehockt, um "Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins" anzuschauen. Juliette Binoche ist eien unwahrscheinlich gut aussehende Frau, finde ich. Udn das hatte ich Susi damals auch gesagt. Nach dem Film ging es dann los mit uns. Ob bei ihr gerade der gleiche Film im Kopf abläuft, wie bei mir? Wenigstens ein bisschen? Kaum anzunehmen. Scheiße, tut echt weh. So richtig.

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Re: Lebenskrise, gefährliche Abhängigkeit und ein krasses Ende

Beitrag  geduldig am Fr Jul 10, 2009 12:50 am

kenne deine geschichte nicht .. wollte sie jetzt eigentl. auch nicht nachlesen ...

aber sag mir bitte dass dieser olaf nicht ihr neuer ist und sie an deinem geburtstag mit ihm gekommen ist ....


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Re: Lebenskrise, gefährliche Abhängigkeit und ein krasses Ende

Beitrag  Moghul am Fr Jul 10, 2009 1:59 am

aber sag mir bitte dass dieser olaf nicht ihr neuer ist und sie an deinem geburtstag mit ihm gekommen ist ....

Nein, aber sie ist mit ihm auf eine große offizielle Festveranstaltung gegangen, die an meinem Geburtstag stattfand udn bei der ich vor vier Wochen noch ganz selbstverständlich als ihr Begleiter eingeplant war. Leute, die entweder ein kleines bisschen Gespür haben und/oder nicht unter Drogen stehen, hätten das wohl gelassen.

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Re: Lebenskrise, gefährliche Abhängigkeit und ein krasses Ende

Beitrag  Moghul am Mi Jul 15, 2009 2:22 am

Nochmal ein Blick in meine Gefühlslage.

Heute ist Tag 7 der KS, davor gab es auch nur noch sporadischen E-Mail-Kontakt. Und es sind jetzt knapp vier Wochen seit der Trennung.

Ich habe auch gar keinen Anlaß mehr, mich bei ihr zu melden und es fällt mir auch nicht schwer. Ich könnte sowieso nur entweder betteln oder ihr Vorwürfe machen - udn wenigstens das zweite habe ich schon zu einem erstmal genügendem Grad hinter mir und das Erste habe ich so wirklich eh nie gemacht und wär da auch zu stolz zu. Abgesehen davon, daß ich genau weiß, daß das eh gar nichts bringen würde udn im Gegenteil kontraproduktiv wäre.

Trotzdem verbringe ich weite Teile meines Tages damit, mir Formulierungen zurecht zu legen, falls es noch einmal zu einem Treffen/Kontakt kommen sollte.

Und natürlich bin ich immer noch maßlos traurig, entsetzt udn enttäuscht. Alles fühlt sich immer noch entsetzlich surreal an. 8 Jahre hinterlaßen nunmal ihre Spuren und ich habe das richtig ernst genommen. Bis jetzt kann ich leider nicht behaupten, mir ein Leben ohne sie wirklich vorstellen zu können. Irgendwo natürlich schon, aber nicht wirklich. Udn, ich bin nach wie vor zerfressen von Eifersucht.

Immerhin schaffe ich es seit ein paar Tagen sehr vorsichtig an meiner Promotion weiter zu arbeiten. Unter normalen Umständen wär das Ding in sechs Wochen endlich vom Tisch. So muß ich halt mal sehen.

Leider gelingt es mir fast gar nicht, mir ein normales, eigenes Leben aufzubauen. Dazu sind die Startbedingungen in dieser Stadt, in der ich fast niemanden kenne einfach zu schlecht. Und um öfter mal ein Bier trinken zu gehen, in Kneipen rumzustehen und sowas fehlt mir zur Zeit einfach die Kohle. Ich genieße es schon, mir jeden Tag einen Kaffee leisten zu können - scheiß Wetter allerdings udn vor dem Winter habe ich richtig angst.

Heute habe ich dann auch meien Absage von McDonald's bekommen. Für einen richtigen Job bin ich offenbar zu blöd udn für einen Muckeljob wohl zu schlau. Wenn es nicht so tragisch wäre, könnte man da auch eien Menge Komik drin sehen.

Immerhin bin ich soweit, etwas besser zu verstehen, was in der Beziehung gefehlt hat. Udn zur Zeit würde ich sie eigentlich gar nicht zurück haben wollen. Dazu ist zu viel passiert. Wahrscheinlich zeigt sich die Qualität einer Beziehung erst, wenn sie beendet ist. Und diese Beziehung hatte offensichtlich nicht die Qualität, die ich ihr mal zugeschrieben habe. Sehr geholfen hat mir dabei übrigens ein Beitrag von koc im Weisheiten-Forum. Susi ist offensichtlich eine emotional sehr instabile Persönlichkeit. Und sie stellt anscheinend den Beziehungsnutzen über die Persönlichkeit. Also eigentlich kein Umgang für mich.

Buchstäblich über Nacht den Partner zu wechseln spricht jedenfalls nicht für sie. Sie hat das ja mit der perfekten Partnerschaft udn totalen Vertrautheit, gottegegebenem Füreinandergemachtsein begründet. Darauf habe ich in meinem ersten Post übrigens keine wirkliche Antwort bekommen. Glaubt Ihr, das es sowas gibt? Hat jemand Erfahung mit Liebe auf den ersten Blick oder der totalen Übereinstimmung (die man in maximal 17 Tagen bemerken kann)?

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Re: Lebenskrise, gefährliche Abhängigkeit und ein krasses Ende

Beitrag  Gast am Mi Jul 15, 2009 10:05 am

Moghul schrieb: Sie hat das ja mit der perfekten Partnerschaft udn totalen Vertrautheit, gottegegebenem Füreinandergemachtsein begründet. Darauf habe ich in meinem ersten Post übrigens keine wirkliche Antwort bekommen. Glaubt Ihr, das es sowas gibt? Hat jemand Erfahung mit Liebe auf den ersten Blick oder der totalen Übereinstimmung (die man in maximal 17 Tagen bemerken kann)?

Ich glaub da nicht dran.

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Re: Lebenskrise, gefährliche Abhängigkeit und ein krasses Ende

Beitrag  Gast am Mi Jul 15, 2009 5:04 pm

Vielleicht hat Susi zu viele Rosemunde Pilcher Filme gesehen....

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